Nichts mit Gewalt

Seit zwanzig Jahren gibt es beim Königin Elisabeth Wettbewerb in Brüssel die Sparte Gesang

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Die alte Dame sitzt mit größter Disziplin in ihrer Loge. Fast jeden Abend. Rosenwangig, mit großen Augen und alterslosem Kindergesicht verfolgt sie, was sich unter ihrer Schirmherrschaft an neuen Stimmen unten auf dem Podium tummelt. Sogar bei der ersten Runde, als aus fast zweihundert Kandidaten per DVD ausgewählt wurde, wer überhaupt zu Brüssels großem Musikwettbewerb anreisen darf, soll sie dabei gewesen sein.

Königin Fabiola, Königin von Belgien und achtzig Jahre alt, ist die Integra­tionsfigur dieses Wettstreits, der seit 1951 unter dem Namen ihrer Vorgängerin Elisabeth stattfindet.
Begonnen hatte es schon vor dem Krieg. Die Idee kam von dem belgischen Violinvirtuosen Eugène Ysaÿe. Viele Jahre gab es ausschließlich die Kategorien Geige und Klavier. 1988 dann regten Ge­rard Mortier (der damals das Théâtre de la Monnaie zu ungewohnten Höhenflügen verführte) und José van Dam (Belgiens Bassbariton-Legende) eine Erweiterung an. Seitdem wird der Königin Elisabeth Wettbewerb alle vier Jahre auch in der Kategorie Gesang ausgetragen. Was ihn kennzeichnet, ist natürlich zunächst die Liste seiner Preisträger. Die Jury hat in Brüssel oft in die Zukunft schauen oder besser: hören können. ...

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Opernwelt Juli 2008
Rubrik: Magazin, Seite 26
von Stephan Mösch

Vergriffen
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