Ein bisschen Don Giovanni bleiben
Herr Jenis, die Partie des Renato in Verdis «Un ballo in maschera» zählt zu den wichtigen Rollenporträts Ihres Fachs. Da liegt es auf der Hand, Sie mit anderen Baritonen zu vergleichen. Wollen wir?
Nein, wir wollen nicht. Vergleiche nützen nichts.
Das heißt, Sie vergleichen sich selbst nicht mit anderen herausragenden Stimmen, nach dem Motto: Denen komme ich womöglich nahe?
Zugegeben, ich habe ein paar Idole, wenn es um Stil und Phrasierung, um Musikalität geht, die Art des Ausdrucks.
Aber grundsätzlich ist meine Farbe meine Farbe und nicht die Kopie einer anderen. Ich will niemals jemanden imitieren. Das wäre gefährlich. Es ist für mich entschieden besser, so zu singen, wie ich empfinde, dass es richtig ist.
Wie würden Sie selbst Ihre Stimme beschreiben?
Schwer zu sagen. Ich habe lediglich ein Gefühl, wie ich klinge, mehr nicht. Und wenn ich meine Aufnahmen anhöre, bin ich zuweilen überrascht, auch positiv. Das geschieht häufig dann, wenn ich während der Vorstellung ein schlechtes Gefühl hatte. Aber um Ihre Frage zu beantworten: Grundsätzlich würde ich mich als lyrischen Bariton mit einer Tendenz und Neigung zu Verdi beschreiben.
Mit dramatischem Anteil?
Ja. Viele Jahre lang habe ich – ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die die Gruppe zusammenkittende Tanzmusik dieser Jugendgang kommt aus dem Gettoblaster, ihr Anführer namens «Duca» grabscht alles Weibliche in seinem Gesichtskreis schamlos ab, und dann ist da noch der behinderte Kerl, der dem Chef die Chicks zuführt. Nicht so sehr der treffgenaue, gut funktionierende Verdi-Verfremdungswitz dieser «Rigoletto»-Inszenierung im...
Im Schatten der Händel-Hits «Giulio Cesare» und «Alcina» hat es der 1733 uraufgeführte «Orlando» zu erstaunlicher Popularität gebracht. Über dreißig Inszenierungen hat die Oper um den wahnsinnigen Rittersmann allein in den letzten zehn Jahren erlebt, doch die Produktion der diesjährigen Göttinger Händel-Festspiele braucht den Vergleich nicht zu scheuen. In der...
Es ist noch nicht lange her, da galt das Heimatland einer Montserrat Caballé, eines Alfredo Kraus und José Carreras vor allem als Belcanto-Hochburg. Wie unzutreffend dieses Klischee und wie sehr Spaniens Opernszene inzwischen in Bewegung ist, beweisen nicht zuletzt die führenden Häuser in Madrid, Barcelona und Valencia. Mit ihren jüngsten Premieren spannen sie...
