Ein bisschen Don Giovanni bleiben

Vor allem als Verdi-Sänger hat es Dalibor Jenis an die großen Häuser ganz Europas geschafft. Mit Jürgen Otten sprach der Bariton über das (notwendig) Animalische im Menschen, sein Verhältnis zu Regisseuren und sein Verständnis von «italianità».

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Herr Jenis,  die Partie des Renato in Verdis «Un ballo in maschera» zählt zu den wichtigen Rollenporträts Ihres Fachs. Da liegt es auf der Hand, Sie mit anderen Baritonen zu vergleichen. Wollen wir?
Nein, wir wollen nicht. Vergleiche nützen nichts.

Das heißt, Sie vergleichen sich selbst nicht mit anderen herausragenden Stimmen, nach dem Motto: Denen komme ich wo­möglich nahe?
Zugegeben, ich habe ein paar Idole, wenn es um Stil und Phrasierung, um Musikalität geht, die Art des Ausdrucks.

Aber grundsätzlich ist meine Farbe meine Farbe und nicht die Kopie einer anderen. Ich will niemals jemanden imitieren. Das wäre gefährlich. Es ist für mich entschieden besser, so zu singen, wie ich empfinde, dass es richtig ist.

Wie würden Sie selbst Ihre Stimme beschreiben?
Schwer zu sagen. Ich habe lediglich ein Gefühl, wie ich klinge, mehr nicht. Und wenn ich meine Aufnahmen anhöre, bin ich zuweilen überrascht, auch positiv. Das geschieht häufig dann, wenn ich während der Vorstellung ein schlechtes Gefühl hatte. Aber um Ihre Frage zu beantworten: Grundsätzlich würde ich mich als lyrischen Bariton mit einer Tendenz und Neigung zu Verdi beschreiben.

Mit dramatischem Anteil?
Ja. Viele Jahre lang habe ich – ...

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Opernwelt Juli 2008
Rubrik: Interview, Seite 36
von Jürgen Otten

Vergriffen
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