Liebespaare

Bremen, Mozart: Zaïde / Czernowin: Adama

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Der wahrscheinlich kühnste unter den zahlreichen Versuchen, das «Zaïde»-Fragment zu komplettieren: Die ­israelische Komponistin Chaya Czernowin hat sich vor zwei Jahren im Auftrag der Salzburger Festspiele daran gewagt, Mozarts Musik mit ihren eigenen Klängen zu konfrontieren. Ein interessantes Unternehmen, das in der Kontrastierung durchaus erhellend für beide Seiten wirkt, letztlich aber doch mit einem Eins zu null für Mozart ausgeht.
Czernowin experimentiert mit der menschlichen Stimme.

Sie lässt sie zischen, hauchen, stöhnen, hecheln, heulen, flüstern, stammeln, glissandieren, löst sie vom Wortsinn. All das erinnert doch sehr an längst abgehakte Versuche, wie sie für die Musica viva der siebziger Jahre gang und gäbe waren. Wirklich Neues hat die Komponistin in ihrer Vokalsprache nicht zu sagen.  Eher schon mit der dramaturgischen Anlage ihres Plots. Sie erfindet nämlich zu den Protagonisten Zaïde und Gomatz (bei ihr zwei in Deutschland lebende junge Türken) ein zweites Liebespaar hinzu, eine israelische Frau und deren palästinensischen Verehrer. Durch diese Pa­rallelen entstehen Reibungen, profiliert sich eine politisch-gesellschaftliche Brisanz, die dem Stück Tiefenschärfe ...

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Opernwelt Juli 2008
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Gerhart Asche

Vergriffen
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