Editorial

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Vielreisende in Sachen Oper kennen das: Manches von dem, was ihnen auf der Bühne begegnet (zumindest in den zum Kanon gezählten Werken des Musiktheaters), erscheint in Momenten oder gar ganzen Szenen wie etwas, das schon mal da war – so oder ähnlich. Ein leises Raunen und Flüstern ist dann zu bemerken, eine unterschwellig entrüstete Unruhe – wir wollen es der Einfachheit halber das Déjà-vu-Geräusch nennen. Nun liegt laut Søren Kierkegaard gerade in der Wiederholung eines Ereignisses, eines Gedankens, eines Gefühls oder eines Bildes das wahre Vergnügen für den Menschen.

Denn im Gegensatz zur Erinnerung, die verblasst, verblassen muss, ermöglicht die Wiederholung die Erfahrung der Essenz.
Betrachtet man vor diesem Hintergrund die Causa Wies­baden (siehe Seite 27), wo – ohne dass man das gerichtsfest beweisen könnte – die «Salome»-Inszenierung des Intendanten Manfred Beilharz erstaunliche Parallelen mit einer 2005 von Carlos Wagner in Montpellier betreuten Produktion desselben Stücks aufweist, so steht der Verdacht des Plagiats im Raum – und damit der Vorwurf, Beilharz habe wissentlich fremdes geistiges Eigentum als sein eigenes ausgegeben. Doch wo genau verläuft die Grenze zwischen ...

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Opernwelt Juli 2008
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Albrecht Thiemann, Jürgen Otten

Vergriffen
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