Nicht nur singen, beten muss man
Antonín Dvorák durchlebte in seinen drei überaus erfolgreichen und fruchtbaren Jahren in Amerika auch eine Phase der Depression, die auf finanzielle Sorgen (infolge einer Wirtschaftskrise blieben seine Honorare aus) und Todesfälle im Freundes- und Familienkreis zurückzuführen war. Hinzu kamen Anfälle von Heimweh. Dies alles veranlasste den gläubigen Komponisten, statt einer weiteren Symphonie die «Biblischen Gesänge» (1894) zu komponieren, deren Texte auf Psalmen Davids aus dem Alten Testament zurückgehen.
Im Gegensatz zu seinen anderen sakralen Werken wählte er hier eine Übersetzung in seine Muttersprache, auch dies ein Ausdruck seiner Sehnsucht nach der Heimat. Gegenüber seinem früheren Liedschaffen ging er mit diesen Gesängen neue Wege: Den Vokalpart gestaltete er nicht melodienselig, sondern eher rezitativisch-deklamatorisch, das Klavier emanzipierte er aus der rein begleitenden Rolle.
Bernarda Fink, die bei Harmonia Mundi schon vor acht Jahren ein vielfach preisgekröntes Recital mit Dvorák-Liedern herausbrachte, gelingt in ihrem neuen Album eine exemplarische Interpretation, die dem religiösen Charakter der Lieder Rechnung trägt, ohne das hymnische Pathos zu forcieren. In ...
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Opernwelt August 2012
Rubrik: Medien, CDs, Seite 26
von Ekkehard Pluta
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