Neues und Altes
Klappern gehört zum Handwerk. Es reicht nicht, Gutes und Schönes zu tun. Man muss auch darüber sprechen. Und dafür sorgen, dass darüber gesprochen wird. In Zeiten knapper Kassen und schiefer Haushaltslagen gilt diese Erkenntnis mehr denn je. Schon ein flüchtiger Blick auf die neuen Jahresbroschüren der Häuser bestätigt die Bedeu-
tung, die dem Marketing zugemessen wird: Ohne hippes Design kein künstlerisches Sein. Alles zielt auf die corporate identity, oft steckt der programmatische Esprit vor allem in der peppigen Etikette.
Ein Altmeister der Kunst, die Kunst des (Musik-)Theaters mit flotten Sprüchen zu verkaufen, ist Jürgen Flimm. Auf seine alten Tage will der aus Salzburgs Festspielzentrale in die Intendanz der Berliner Staatsoper wechselnde Rheinländer offenbar noch mal allen zeigen, was eine Harke ist. Bei der Vorstellung der Spielzeit 2010/11 im noch voll eingerüsteten Ausweichquartier Schiller Theater suchte sich Flimm einmal mehr als everybody’s darling zu situieren – natürlich im Dienst an das neue Haus, das für mindestens drei Jahre auf seinen sanierungsbedürftigen Stammplatz Unter den Linden verzichten muss. Neun große und acht kleine (für die Werkstattbühne geplante) ...
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Dass sich hinter Franz Schuberts Opernfragment «Sakontala» allerlei musikalische Preziosen verbergen, weiß man spätestens seit dem Mitschnitt der Uraufführung bei den Musiktagen Bad Urach unter Frieder Bernius. Freilich machen elf Nummern, selbst wenn sie so gelungen rekonstruiert sind wie hier von Karl Aage Rasmussen, noch keine Oper. Vielleicht hat sich deshalb...
Die großen alten Mythen wie Medea oder Phädra (um zwei aktuelle Beispiele zu nennen) haben derzeit Konjunktur auf der Opernbühne, und die Literaturoper, die einen literarischen oder theatralen Text mehr oder weniger eins zu eins in Musik zu übersetzen sucht, ist nach wie vor dominant. Jörg Widmann und Roland Schimmelpfennig sind in ihrem Werk den anderen,...
«Bühnenregie hieß der Schlüssel zu dem Geheimnis, durch das sich meine Intendanz der Metropolitan von den Intendanzen früherer Jahre unterscheiden sollte», schreibt Rudolf Bing in seinen Memoiren. Drei Wochen Proben für die Eröffnungspremiere «Don Carlos» im Herbst 1950, das muss für New Yorker Verhältnisse eine Sensation gewesen sein. Der für die Rolle des Posa...
