Der Unterbau der Übertitel

Translat, Adaptation, Transmutation: Ein Sammelband nimmt die Tücken der Librettoübersetzung ins Visier

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Die Komische Oper Berlin macht es vor. Seit Beginn der Saison 2009/10 kann der Besucher an einem kleinen Videobildschirm zwischen deutschen und englischen Untertiteln wählen, eine Erweiterung auf zehn Sprachen ist in Planung. Was auf der einen Seite komfortabler Luxus für das internationale Publikum ist, stellt den fremdsprachigen Hörer auf der anderen Seite vor das Problem, worauf er denn nun seine Hauptaufmerksamkeit richten sollte. Auf die Bühne, auf den Bildschirm? Ohne Übersetzung geht es aber in keinem Fall.

Ob die Oper in Originalsprache gesungen wird und der Zuschauer Übertitel mitlesen darf oder die Sänger sich um eine übersetzte Version bemühen müssen: Erst die Übertragung in die Sprache(n) des Publikums ermöglicht den Mitvollzug der sprachlichen, musikalischen und szenischen Textebenen und eine adäquate Vermittlung von Werken eines anderen Kultur- und Sprachraumes.

Die musikwissenschaftliche Opern- und die literaturwissenschaftliche Librettoforschung hat sich dieses Themenkomplexes lange Zeit über die eher isolierte Betrachtung von Libretti angenommen. Der Sammelband «Librettoübersetzung. Interkulturalität im europäischen Musiktheater» rückt diese Textgattung ins Zentrum ...

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Opernwelt Juni 2010
Rubrik: Medien/Buch, Seite 26
von Manuela Schwartz

Vergriffen
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Frauen des Fin de Siècle sind angesagt. Besonders die Mischung aus Femme
fatale und Femme enfant, Heilsbringerin und Hure, Objekt und Selbstbehauptung hat viele Komponisten angeregt. Eine ganze Reihe von Opernhäusern (vom puppenstubenhaften Freiberg über das mittlere Kaiserslautern bis zur Semperoper in Dresden) macht derzeit mit schillernden Frauenfiguren bekannt,...

TV-Klassiktipps: Juni 2010

 

ARTE

1./7.6. – 6.00 Uhr
Maria Callas in Paris.
Dokumentation von Pierre-Martin Juban.

2./8./14.6. – 6.00 Uhr
Martha Argerich und Yuja Wang in Verbier.
Martha Argerich und das Verbier Chamber Orchestra unter Gábor Takács-Nagy spielen Beethovens Klavierkonzert Nr. 2; Yuja Wang spielt Scarlatti-Sonaten (K 427 und K 455) und Mozarts «Rondo alla turca».

3.6. – 6.00 Uhr
Claudi...

Schwierige Mission

Unter den Komponisten der sowjetischen Nachkriegszeit gehörte Nikolai Karetnikov (1930-1994) zweifellos zu den Querdenkern. Wie Alfred Schnittke, Sofia Gubaidulina oder Edison Denisov entwickelte er eine eigene Ästhetik und kompositorische Techniken, die mit den Prinzipien des «sozialistischen Realismus» nichts zu tun hatten. Auf der einen Seite fühlte sich...