Neue Wege
Zahlreiche Uraufführungen und Theaterskandale hat das Théâtre des Champs-Élysées im teuersten Quartier von Paris einst gesehen, so etwa Strawinskys «Sacre»-Ballett mit Vaslav Nijinsky. Heute ist das Theater ein Spielort des internationalen Konzertbetriebs und exquisiter Opernprodukionen, häufig aus dem Segment der historischen Aufführungspraxis.
Claude Debussys «Pelléas et Mélisande» wird dennoch üblicherweise mit modernem Instrumentarium aufgeführt, obwohl die Originalklang-Bewegung sich längst bis zur Spätromantik und weiter vorgetastet hat.
Umso überraschender ist, was François-Xavier Roth mit dem von ihm gegründeten Orchester «Les Siècles» an Klangfarben, Texturen und neuen Temporelationen in Debussys Oper nun in Paris zutage fördert.
Die Produktion als Ganzes ist darüber hinaus im besten Sinne des Wortes luxuriös zugeschnitten: Regisseur Éric Ruf verantwortet neben der gediegen-konventionellen Regie auch das düstere Einheitsbühnenbild, das an einen ausweglosen Schacht erinnert und sich nur in Details für jene Szenen verwandelt, die Ruf als edle Tableaus arrangiert. Unter der von Bertrand Couderc raffiniert abschattierten Lichtregie gibt es nur ein kleines Fenster zu ...
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Opernwelt Dezember 2021
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Regine Müller
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