Nasse Füße
Acqua alta. Seit Commissario Brunetti weiß selbst jemand, der noch nie in Venedig war, was das bedeutet: Hochwasser in der Serenissima. Nasse Füße holten sich auch die Akteure in dieser Produktion von César Francks «Stradella» der Oper zu Liège, denn Regisseur Jaco van Dormael lässt sie ständig waten, was manchmal für schöne poetische Bilder sorgt, aber zugleich allzu gewollt – und manchmal ungewollt komisch – wirkt.
Wenn man weiß, welche Mühe es etwa bedeutete, den Tänzern in Pina Bauschs «Arien» das Planschen auf der Bühne des Wuppertaler Opernhauses zu ermöglichen (dank geklebter Folien, die aber immer wieder undicht wurden), erstaunt es, welche Mengen von Wasser die Technik des Theaters zu Liège hier bewältigte. Angeblich waren es 45 000 Liter. Offenbar wollte man zeigen, was im nach der Generalsanierung wiedereröffneten Haus technisch alles möglich ist.
Aus diesem Anlass grub man ja auch diese unvollendete Jugendoper des Genius Loci und pater seraphicus César Franck aus, der sie vermutlich 1841/42 komponierte. Das Thema muss damals in der Luft gelegen haben (ein Vaudeville gleichen Namens von Pittaud de Forges und P. Dupont war in Paris erfolgreich), denn Flotows Version ...
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Opernwelt Mai 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 26
von Gerhard Persché
Don Giovanni»: ein (Komödien-)Tohuwabohu. Aber auch die Jagd aller auf alle. 1789, ein Jahr nach der Wiener Erstaufführung, bricht die Französische Revolution aus, die sich auch in Österreich schon abzeichnete, sogar in Mozarts kompositorische Strukturen einging: Wenn in der Tanzszene im ersten Finale Adels-Menuett, bürgerliche Contredanse und bäuerlicher Ländler...
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