Naive Liebe
Robyn Orlin, was für einen Grund kann es für eine Choreografin und Theatermacherin aus Südafrika geben, ausgerechnet an der Opéra Comique in Paris mit «Porgy and Bess» als Opernregisseurin zu debütieren?
Es war nicht mein erster Versuch. Zuvor habe ich «L’Allegro, il Penseroso ed il Moderato» an der Opéra National de Paris inszeniert, und in seiner Abstraktion war das Händel-Oratorium wahrscheinlich genau das richtige Stück, um im Musiktheater-Metier Fuß zu fassen.
Hier war ich nicht gezwungen, irgendeine Geschichte zu erzählen, sondern konnte mit dem Stoff sozusagen spielen. Anders bei Gershwin. Wenn Sie so wollen, war «Porgy and Bess» am Ende tatsächlich meine erste Opernarbeit.
Wer gab den Anstoß?
Ich wollte schon immer mal eine Oper inszenieren. Während der Arbeit habe ich mich intensiv um eine Auseinandersetzung mit den Strukturen der Oper bemüht und versucht, mehr über diese Kunstform zu erfahren. Ich denke, es war eher Brigitte Lefèbre, die Ballettchefin der Pariser Opéra, die mich letztlich beauftragt hat, als deren Direktor Gerard Mortier, der meine Arbeit weniger gut kennt. Ich achte Brigitte sehr. Sie hat sofort begriffen, was ich mit den Tänzern beabsichtigt habe.
Es gab ...
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