Unter Kriegern
Die Haltbarkeit europäischer Kunst ist schon erstaunlich. Kurz nachdem der englische Freibeuter William Dampier 1688 seine Eindrücke von der Entdeckung Neuhollands (im Nordwesten des fünften Kontinents) niederschrieb, wurde in der Pariser Jesuitenschule Collège de Louis le Grand Charpentiers tragédie biblique «David et Jonathas» uraufgeführt. Dreihundertzwanzig Jahre später hat die auf vorklassisches Repertoire spezialisierte Pinchgut Opera das Stück nun erstmals nach Australien geholt und im Dezember vergangenen Jahres in Sydney vier szenische Aufführungen gestemmt.
In seiner ursprünglichen Gestalt kann man das Werk durchaus als einen Versuch verstehen, die Regeln der zur Zeit Ludwigs XIV. allgewaltigen Oper Lully’scher Prägung zu umgehen. Zwischen die fünf Akte der tragédie von Charpentier waren Szenen aus Pére Chamillarts Schauspiel «Saül» eingestreut. Die Musik kommentierte gleichsam den gesprochenen Text, so wie die Arien und Choräle einer Bach-Passion die Erzählung des Evangelisten reflektieren. Aus praktischen Gründen hatte man bei Pinchgut Opera auf die Rezitation des (lateinischen) Dramas verzichtet und stattdessen – unter Verweis auf die Bibel, wo die Geschichte von David ...
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Neugierde. Faszination eines Metiers, das ich schon immer mochte. Einer der Gründe, weswegen ich vor drei Jahren am Theater Heidelberg die Oper «Berenice» von Johannes Maria Staud inszeniert habe, war der Wunsch, intensiver an der Entwicklung der Bühnenfiguren zu...
