Unter Kriegern
Die Haltbarkeit europäischer Kunst ist schon erstaunlich. Kurz nachdem der englische Freibeuter William Dampier 1688 seine Eindrücke von der Entdeckung Neuhollands (im Nordwesten des fünften Kontinents) niederschrieb, wurde in der Pariser Jesuitenschule Collège de Louis le Grand Charpentiers tragédie biblique «David et Jonathas» uraufgeführt. Dreihundertzwanzig Jahre später hat die auf vorklassisches Repertoire spezialisierte Pinchgut Opera das Stück nun erstmals nach Australien geholt und im Dezember vergangenen Jahres in Sydney vier szenische Aufführungen gestemmt.
In seiner ursprünglichen Gestalt kann man das Werk durchaus als einen Versuch verstehen, die Regeln der zur Zeit Ludwigs XIV. allgewaltigen Oper Lully’scher Prägung zu umgehen. Zwischen die fünf Akte der tragédie von Charpentier waren Szenen aus Pére Chamillarts Schauspiel «Saül» eingestreut. Die Musik kommentierte gleichsam den gesprochenen Text, so wie die Arien und Choräle einer Bach-Passion die Erzählung des Evangelisten reflektieren. Aus praktischen Gründen hatte man bei Pinchgut Opera auf die Rezitation des (lateinischen) Dramas verzichtet und stattdessen – unter Verweis auf die Bibel, wo die Geschichte von David ...
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Es ist schon merkwürdig, dass Humperdincks beliebte Märchenoper seit mehr als sechzig Jahren nicht mehr im Royal Opera House zu sehen war. Höchste Zeit, das Stück endlich wieder einmal ins Programm zu nehmen. Für die Inszenierung zeichneten Patrice Caurier und Moshe Leiser verantwortlich, ein Regie-Duo, das an Covent Garden zuletzt mit «La Cenerentola», «Il turco...
Frau Garanca, dürfen wir kurz aus einer Oper zitieren?
Ich bin gespannt.
Also: «Stirb, Ungeheuer, durch unsere Macht!»
O Gott!
Denken Sie noch manchmal an jene fernen Zeiten, als Sie das gesungen haben? An das Südthüringische Theater zu Meiningen in der Saison 1999/2000?
Ja, schon. Und ich mache mir manchmal schon Gedanken, was gewesen wäre, hätte ich dieses...
Robyn Orlin, was für einen Grund kann es für eine Choreografin und Theatermacherin aus Südafrika geben, ausgerechnet an der Opéra Comique in Paris mit «Porgy and Bess» als Opernregisseurin zu debütieren?
Es war nicht mein erster Versuch. Zuvor habe ich «L’Allegro, il Penseroso ed il Moderato» an der Opéra National de Paris inszeniert, und in seiner Abstraktion war...
