Nachwuchs fördern, Themen setzen

Das Thüringer Landestheater Rudolstadt hat wenig Geld. Die neue «Traviata» und ein studentisches Gastspiel mit Offenbachs «Coscoletto» lassen trotzdem aufhorchen.

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Drei Holzwände, ein Kronleuchter – das ist die Rudolstädter «Traviata». Drei Produktionen (Oper, Operette, Ballett) bezieht das Thüringer Landestheater jährlich vom Theater Nordhausen. Aus dem Harz kommen Sänger, Ausstattung, Inszenierung. Rudolstadt stellt die 43-köpfigen Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt unter ihrem energischen GMD Oliver Weder. Weder, 1963 in Frankfurt/M. geboren, 1994 Assistent Valery Gergievs für deutsches Repertoire am Mariinsky, seit 1997 GMD in Thüringen, hat sein Orchester auf Vordermann gebracht.

Die Geigen besitzen im Vorspiel zu «La Traviata» nicht den Sphärenklang, den Großstädter von ihrem Orchester erwarten. Geist und Intelligenz der Interpretation aber reißen mit: zupackend in den Ballszenen, rhetorisch in den intimen Passagen, mit Italianità im Liebesjubel Alfredos, zärtlich kosend in den Selbstgesprächen Violettas, nachsichtig-nobel die Herzenskälte Germonts erwärmend, zu Tränen rührend am Schluss.

Die Nordhäuser Produktionen werden sechs- bis achtmal im Abonnement gezeigt – Operetten noch öfter. Im Gegenzug schicken die Rudolstädter fünf Schauspielproduktionen hundert Kilometer nördlich in den Harz. Die Kosten der Gastspiele werden ...

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Opernwelt Mai 2012
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Boris Kehrmann

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