Mut zur Melodie

Giselher Klebe über Balzac, Verdi und die Zukunft der Oper

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Herr Klebe, Sie haben eine Oper über Balzacs «La Peau de Chagrin», einen der Romane der «Comédie humaine», komponiert. Wie kam es zur Wahl dieses Stoffs?
Es ist jetzt fast fünfzig Jahre her, seit ich «Die tödlichen Wünsche» geschrieben habe. Ich habe damals mit meiner Frau zusammen sehr viel Balzac gelesen und war spontan überzeugt, dass das ein Opernstoff wäre. Ich muss­te die Vorlage natürlich konzentrieren. Im Grunde genommen muss ja fürs Komponieren nur das Wichtigste erhalten bleiben, was Verdi so schön als «parola scenica» bezeichnete.

Die Konzentration aufs treffende Bühnenwort ist das Entscheidende, und das habe ich damals mit einer gewissen jugend­lichen Frechheit gemacht. Ich zweifle heute, ob ich damals genügend Selbstkritik besaß. Wenn ich mein Stück jetzt wieder sehe, dann zu­nächst mit einem gewissen Zögern. Aber dann denke ich, wie fast immer, wenn ich meinen eigenen Jugendwerken wieder begegne: Die Frechheit von damals möchte ich nochmal haben.

Andere Opern, die Sie komponiert haben, «Die Räuber» nach Schiller oder «Jakubowsky und der Oberst» nach Franz Werfel, besitzen Verdis «parola scenica» schon aufgrund ihrer Vorlagen. Aber die Eselshaut, also dieser Talisman, ...

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Opernwelt April 2006
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Uwe Schweikert

Vergriffen
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