Mut und Blut

Intelligentes Reality-TV: Sandra Leupold verknüpft in Frankfurt Puccinis Erstling «Le Villi» mit Franco Leonis Verismo-Nachschlag «L’oracolo»

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Es gehört schon eine feine Spürnase dazu, zwei so abgelegene Stücke wie Giacomo Puccinis «Le Villi» und Franco Leonis «L’oracolo» auszugraben. Und es fordert eine Menge Mut, sie zu verbinden und einem weitgehend ahnungslosen Publikum anstelle des gewohnten Doppels «Cavalleria rusticana»/«I pagliacci» vorzusetzen. Viel haben die beiden Stücke nämlich nicht miteinander zu tun, außer dass sie aus einer Stil­epoche stammen, die man pauschal als «Verismo» bezeichnet.


Dieses Etikett trifft auf Puccinis Erstling, der noch ganz im Sog einer von der deutschen Musik beeinflussten romantischen Welle schwimmt, eigentlich nicht zu. Das Stück war ein Versuch, auf dem Theater Fuß zu fassen. Beim Einakter-Wettbewerb des Verlages Sonzogno wurde die Partitur wegen Unleserlichkeit abgelehnt. Durch Vermittlung Arrigo Boitos kam trotzdem eine Aufführung in einem kleineren Mailänder Theater zustande. Das war 1884. Noch im gleichen Jahr stellte Puccini für Turin eine zweiaktige Version her. Doch auch in dieser Gestalt ist «Le Villi» nicht wirklich als Oper zu bezeichnen, es handelt sich eher um eine «dramatische Ballade». Zwei kontrastierende Bilder werden durch ein Intermezzo verbunden. Die Geschichte ...

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Opernwelt Dezember 2009
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
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