Der Welt schwärzester Bass

Ehemalige Weggefährten erinnern sich an Gottlob Frick

Opernwelt - Logo

Er war ein Gigant der Opernbühne. Und doch hatte Gottlob Frick – so berichten fast alle, die ihn kannten – privat so gar nichts Gigantisches an sich. Er war ein liebenswert unkomplizierter, naturnaher Mensch. Da glich er eher dem gemütvoll-beschaulichen Stadinger, dem freundlich-humorigen Plumkett, dem lis­tigen Falstaff, während er, von Furtwängler als der Welt «schwärzester Bass» bezeichnet, auf der anderen Seite doch auch in der Lage war, sich mühelos auf solch abgründige Emotionen wie die eines fins-ter-diabolischen Kaspar oder (seine Para­departie) eines Hagen einzulassen.

Nicht zu vergessen den stimmlich ebenso monumentalen wie kultivierten Orato­riensänger und den hingebungsvollen Heger des volkstüm­lichen Liedgutes.
Eine gespaltene Persönlichkeit also? Im Gegenteil: ein in sich ruhender Mensch, als Künstler von phänomenaler Faszinationskraft. Die Erinnerung an ihn ist unverblasst bei denen, die ihn noch erlebt haben – sei es das bewundernde Publikum, sei es der Kreis der Kollegen, die mit ihm daran arbeiten durften, einer wie auch immer gearteten künstlerischen Wahrheit ein Stück näher zu kommen. Davon soll diese Dokumentation Zeugnis ablegen. Mitstreiter aus seinen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2006
Rubrik: Retrospektive, Seite 68
von Gerhart Asche

Vergriffen
Weitere Beiträge
Dürftig

In Gelsenkirchen, das sich seit Jahren mit viel Engagement, aber wenig künstlerischer Fortune, der italienischen Belcanto-Oper des frühen Ottocento annimmt, kam Bellinis «Zaira» zu deutschen Erstaufführung, ja zur ersten Aufführung außerhalb Italiens überhaupt. Dem 1829 bei seiner Premiere in Parma durchgefallenen Werk liegt Voltaires zur Zeit der Kreuz­züge...

Schlitzohr Haydn

Das Epos als Wundertüte. Egal, wo man sich in die sechsundvierzig Gesänge von Ariosts «Rasendem Roland» hineinliest, es geht meist tollkühn zur Sache. Grundthema ist der Konflikt zwischen Christen und Heiden. Daraus hat Ariost ein Abenteuer-, Unterhaltungs-, Ritter-, Schelmen-, Comedy- und Fantasybuch komponiert, dessen Platz im Tempel der Weltliteratur bis heute...

Goldmark: Die Königin von Saba

Kleine Opernhäuser leben im Spagat. Einerseits sind sie für kulturelle Basisversorgung zuständig, sprich, sie müssen ihrer Stadt samt Umland früher oder später eine «Bohème» anbieten, und auch ein Musical wird gelegentlich erwartet. Andererseits brauchen sie als Legitimation überregionales Echo. Das klappt eigentlich nur durch konstante Arbeit am Niveau und durch...