Musikalisch wertvoll

Britten: Peter Grimes
Köln | Oper | Staatenhaus

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Es könnte alles anders kommen. Wenn sich im Prolog von Brittens «Peter Grimes» die Stimmen des Titelhelden und der Lehrerin Ellen vereinen, öffnet die Schönheit der Unisono-Melodie eine Ahnung von Frieden und Gemeinschaft, vielleicht sogar von Liebe. Engelsgleich rein klingt Ivana Ruskos Sopran, die Tenorstimme Marco Jentzschs schmiegt sich mit sicherer Höhe an. Das ist die Fallhöhe, von der die Katastrophe ihren Lauf nimmt.

Die Opern des britischen Komponisten werden seit einigen Jahren häufig gespielt.

Die packenden, oft psychologisch tiefgreifenden Libretti und die schlanke, erzählende, doch keineswegs nur dem Plot dienende Musik erfüllen die Anforderungen an ein zeitgemäßes Musiktheater. «Peter Grimes» ist die Geschichte einer hasserfüllten Dorfgemeinschaft, die einen autistischen Außenseiter mobbt. Und den Fischer Grimes beschuldigt, seine Lehrjungen zu misshandeln, sie vielleicht sogar umzubringen. Britten und sein Librettist Montagu Slater stellen sich den Verwicklungen der realen Welt, ohne schwarzweiß zu malen.

Musikalisch gelingt in Köln eine mustergültige Aufführung. Der 35-jährige Dirigent Nicholas Collon erschafft mit dem Gürzenich-Orchester eine bezwingende ...

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Opernwelt Januar 2019
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Stefan Keim

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