«Musik hat mich verändert»
Frau Lanzino, die Bildhauerin Louise Bourgeois vertrat entschieden die Meinung, Kunst handle vom Leben, während ihre Beinahe-Landsfrau, die Publizistin Susan Sontag überzeugt davon war, dass alle Kunst nicht mehr sei als Trompe-l’œil – Illusion, Lüge, Camouflage. Wer hat Recht?
Ich bin ein großer Fan von Susan Sontag, irgendwie halte ich es mehr mit ihr. Deswegen liebe ich auch Filme wie «The Square», die das Künstlertum als Ausdruck einer selbstsüchtigen Performance entlarven.
Die Etiketten, die sich Künstlerinnen und Künstler zwanghaft anheften, entfremden mich schlagartig von ihrer Kunst. Aus diesem Grunde werden Sie mich auch nicht auf Instagram oder Facebook finden; die Gefahr, die eigene Authentizität zu unterlaufen, ist einfach zu groß. Wirklich authentische Kunst zu machen, erscheint mir als sehr schwierig, und oft bin ich nachhaltig irritiert, wenn ich bei einer Künstlerin oder einem Künstler den Willen erkenne, nur sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen und damit eine «Marke» zu konstruieren – was ja im Grunde der kapitalistischen Logik folgt, sich selbst ständig zu verkaufen. Und wenn das überhandnimmt, ist die Kunst am Ende.
Können Sie diese Kritik noch etwas ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt August 2025
Rubrik: Interview, Seite 42
von Jürgen Otten
Plötzlich wird es ganz unheimlich. Eine weiße Gestalt kommt die Himmelsbrücke hinab, ein Abgesandter des Herrn: Auf ihn ist Verlass, so verspricht das solistische Vokalquartett, denn «keiner wird zu Schanden, der seiner harret». Und wer da mit allen Fasern seines Herzens auf den Herrn wartet, ist der Prophet Elias, der seinen Gott vertrauensvoll beschwört – «der du...
Die Schweizer Sprache hält einige Besonderheiten bereit, die man von außen her doch eher amüsiert betrachtet. Dazu zählt auch, neben der charmanten Begrüßung «Grüezi» und der flotten sportlichen Anfeuerung «Hopp Schwyz» auch der Begriff des «Redaktors», der bei Weitem nicht so charmant klingt wie das hochdeutsche «Redakteur», dieser eher prosaischen Tätigkeit aber...
Sämtliche Opern von John Adams wurden an der Met bislang auf die Bühne gebracht, nach «Nixon in China»( 2011) ist «Antony and Cleopatra» aber erst die zweite, die der Komponist selbst dirigiert. Ein faszinierender Abend, aber auch bei Adams – ähnlich wie bei Samuel Barber in seiner 1966 uraufgeführten Version des Sujets – bleibt offen, ob Shakespeares Schauspiel...
