Musik der Verzückung

Eine willkommene Bereicherung: Danuta Gwizdalankas Buch über Karol Szymanowski

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Frédéric Chopin gilt als «größter polnischer Komponist». Derlei Zuordnungen haben in der Regel ihr Richtiges wie Falsches. Denn trotz seiner Polonaisen und Mazurken war der in Paris lebende Chopin weniger ein nationaler als ein «europäischer» Komponist. Und das, obwohl Friedrich Nietzsche 1888 bekannte: «Ich bin immer noch Pole genug, um gegen Chopin den Rest der Musik hinzugeben.

»

Karol Szymanowski, der zwischen Chopin und Witold Lutoslawski prominenteste polnische Komponist, hatte ein äußerst ambivalentes Verhältnis zu seiner Heimat, war überdies ein Außenseiter im Grenzbereich von Fin de Siècle und Moderne. Nun ist «Übergang» ein schwammiger Begriff, denn alle Geschichte ist im Fluss. Aber Szymanowski hat überaus kreativ die verschiedenartigsten Einflüsse integriert: Von Chopin ausgehend, über Skrjabins Weiterungen hinaus, geriet er in den Bann Debussys, Strauss’ und Regers (von dem die riesigen Fugen der drei Klaviersonaten zeugen), selbst Strawinskys. Den Kosmopoliten zog es in des Orients magische Welten, zu filigran-ekstatischen Klang-Wundern wie zu homoerotischen Verlockungen. Er kehrte mehrfach nach Polen zurück, als unkonventioneller Internationalist misstrauisch ...

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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 53
von Gerhard R. Koch

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