Kunst des Übergangs

Das Festival d’Aix-en-Provence geht neue Wege – mit experimentellen Arbeiten von Michel van der Aa, einer Operngroteske von Adam Maor, Weills «Mahagonny», Puccinis «Tosca» und einem überwältigenden Mozart «Requiem»

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Zum ersten Mal leitet Pierre Audi, nach 30 Jahren aus Amsterdam geschiedener Ex-Intendant der Niederländischen Nationaloper, eine französische Kulturinstitution. Und sucht gleich mit seinem ersten Programm für das 1948 gegründete Festival d’Aix-en-Provence eigene Akzente zu setzen – u. a. mit dem ersten Puccini («Tosca»; Rustioni/Honoré) der Festspiel­geschichte, Brecht/Weills «Mahagonny (Salonen/van Hove) und einer atemraubend stimmigen Bild-Klang-Installation zu Mozarts «Requiem» (Pichon/Castellucci).

Für 2020 hat Audi eine neue «Così» (Hengelbrock/Tcherniakov) und Rimsky-Korsakows «Goldenen Hahn» (Regie: Barrie Kosky) angekündigt

Auf dem Gelände des Château La Coste hat die Zukunft bereits begonnen. Schon das asketische Sichtbetonportal an der Zufahrt, ein Werk des japanischen Star-Architekten Tadao Ando, kündet von einer demonstrativen Zuversicht, dass die Schöpfung noch nicht verspielt, eine Versöhnung von Natur, Kunst und Technik, von Landschaft, Genuss und Kultur möglich ist. Wie ein Fremdkörper wirkt Andos durchbrochene, grauweiß in der heißen Juli-Sonne leuchtende Wandskulptur nur auf den ersten Blick. Sie bildet keine Barriere, vielmehr eine abstrakte Schwelle, die ...

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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Im Focus, Seite 26
von Albrecht Thiemann

Weitere Beiträge
Déjà-vu

Eine Weltpremiere sollte es werden am Fuße des Erfurter Doms: «Der Name der Rose» als Musical. Die beiden Norweger Øystein Wiik (Text) und Gisle Kverndokk (Musik) schrieben ihr Stück nach Umberto Ecos Jahrhundert-Roman quasi auf die Domstufen. Uraufgeführt wurde an diesem Abend allerdings nur die erste Dreiviertelstunde des Bühnenwerks.

Zunächst begrüßt Guy...

Strom der Empfindungen

Man hört es und fühlt sich sogleich erinnert. Dieser Seufzer! Unzählige Male wurde er in die Welt entsendet, so häufig und so verzweifelt, dass man irgendwann gar nicht anders konnte, als still und leise mitzuseufzen. Auf welchen Wegen aber gelangte dieses Sekundmotiv in ein Stück, das nicht «Pique Dame» heißt und aus der Feder Peter Iljitsch Tschaikowskys stammt?...

Impressum September/Oktober 2019

60. Jahrgang, Nr 9/10
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Der Theaterverlag – Friedrich Berlin

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Best.-Nr.     752326

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