Musentempel? Musenstall!

Fall: Madame Pompadour Cottbus / Staatstheater

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Schon komisch: Ausgerechnet Cottbus ist in den letzten Jahren zur unbestrittenen Karnevalshochburg der Neuen Länder aufgestiegen. Bis zu 100 000 Menschen feiern jedes Jahr mit. Weil allerdings in Brandenburg während der närrischen Zeit stramm durchgearbeitet wird, findet der «Zug der fröhlichen Leut» jeweils schon am Sonntag vor Rosenmontag statt. Dann hat jeweils auch das En-Suite-Operettenspektakel sein Finale, mit dem das Staatstheater Cottbus das tolle Treiben unterstützt.



2013 fiel die Wahl auf Leo Falls Madame Pompadour – und Regisseur Bernd Mottl erklärt kurzerhand das ganze Große Haus zum «Musenstall», inspiriert vom Namen der Fastnachts-Spelunke aus dem ersten Akt der Fall’schen Historienkomödie. Ins zwielichtige Etablissement eingeschleust werden die Besucher durch die Hintertür. Dann geht es durch schmale Gänge, unterm Bühnen­boden hindurch, Treppen rauf und runter bis ins Foyer, wobei kleine Performances vom A-Cappella-Schlager-Chor über eine Karaoke-Station bis hin zur Poledance-Stangenhangelei den Parcours säumen.

Auf der Bühne wiederum steht – verkehrte Welt! – der Theaterbau von 1908 selbst, in seiner ganzen eklektizistischen Herrlichkeit (Bühne: Friedrich Eggert). ...

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Opernwelt März 2013
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Frederik Hanssen

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