British Firsts
«Es ist doch ein schöner Gedanke – wahrscheinlich statistisch auch nicht völlig absurd –, dass aus zwei Millionen Dollar zwei Millionen neue Noten werden», sinnierte David Pountney jüngst in seinem Blog, voller Freude über ein Geschenk der Getty-Familie. Das finanziert der Welsh National Opera fünf Ur- und Erstaufführungen (im weitesten Sinne) in fünf Jahren, darunter Gordon Gettys Poe-Oper Usher House. British Firsts, five-in-five.
Jetzt legt das Royal Opera House nach: mit New Opera, fifteen-in-seven, fünfzehn zeitgenössische Werke bis 2020. Um das finanzielle Risiko zu mindern, ist ein Großteil der Aufträge für das kleine Linbury Studio Theatre ausgelegt. Außerdem hat man mit Koproduzenten ein dichtes Netz geknüpft, wie im Fall von George Benjamins Aix-en-Provence-Erfolg Written on Skin. Und man nimmt erfolgreiche Sujets aus Literatur, Film und der Lifestyle-Rubrik als Trittbrett: 2013/14 kommt Luca Francesconis Quartett. 2014/15 kehrt Anna Nicole von Mark- Anthony Turnage zurück nach Covent Garden. Thomas Adès bearbeitet Buñuels Film The Exterminating Angel, Judith Weir vertont Max Frischs Schauspiel Graf Öderland, Friedrich Haas macht sich an Jon Fosses Morning and Evening, ...
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Opernwelt März 2013
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Wiebke Roloff
Auf dem Wasser spielt der Wind, unter der Oberfläche tanzen Sonnenstreifen. Doch dunkle Schlieren malen Marmormuster ins klare Grau: Blut? Was während des Vorspiels auf den Gazeschleier projiziert wird, passt zu dem, was im Graben vor sich geht – denn hier verblüfft Omer Meir Wellber, der junge israelische Chefdirigent des Palau de les Arts Reina Sofia in Valencia,...
Wo bleiben die Gehilfen? Wir warten. Und warten. Und warten. Einen ganzen Abend lang. Wie Wladimir und Estragon. Aber K.s Lakaien aus dem Schloss-Roman lassen sich so wenig blicken wie Becketts Godot. Sven Holm und seine Musiktheaterperformancetruppe Novoflot haben die beiden Clownsknechte auf ihre «Winterreise» nach Franz Kafka nicht mitgenommen. Und damit einen...
Die ersten Takte signalisieren Jahrmarkt oder Music Hall, leicht angeschrägt. Man könnte auch an die Klangchiffre eines kreiselnden Roulette-Rades denken: Wir befinden uns in einem imaginären Spielcasino, in «Roulettenburg». Dort spielt, frei nach Dostojewskij, die Oper Der Spieler, ein frühes Projekt Sergej Prokofjews, das er schon 1917 für das Mariinsky-Theater...
