Mummenschanz

Die Bregenzer Festspiele holen Franco Faccios «Amleto» aus der Versenkung, auf der Seebühne läuft die «Turandot»-Reprise. Für musikalische Qualität sorgt der Dirigent Paolo Carignani

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Die Bregenzer Programm-Maximen gelten wie eh und je: draußen am Bodensee vor bis zu 7000 Besuchern die massentaugliche, gleichwohl geschmackvoll-seriöse Opern-Show, drinnen im Festspielhaus die Uraufführung oder der Fund. Unter freiem Himmel wird diesmal «Turandot» wiederholt, die Puccini-Erkundung des Regisseurs und Bühnenbauers Marco Arturo Marelli, samt Chinesischer Mauer und Terrakotta-Armee, Drachenriesen, Feuerartisten und Fahnenschwenkern.

Als Turandot, im Vergleich zum Vorjahr deutlich konsolidiert, noch einmal Mlada Khudoley, dazu Rafael Rojas als Calaf mit virilem Glanz in der genießerisch zelebrierten Höhe und das kostbar-lyrische Liu-Wunder der Guanqun Yu.

Drinnen gibt es die Hamlet-Oper von Franco Faccio (1840-1891). Eine Rarität, wie sie rarer nicht sein kann: Sie kennt wohl nur, wer es 2014 nach Albuquerque/New Mexico geschafft hat, wo das Werk ins Rampenlicht gehoben wurde – zum ersten Mal, seit es nach der von einem indisponierten Tenor vermurksten Mailänder Produktion 1871 von den Spielplänen verschwand.

Franco – wer …? Selbst Informierte kommen da ins Grübeln. Franco Faccio war einer der höchstgeschätzten italienischen Dirigenten des 19. Jahrhunderts. Die ...

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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 24
von Heinz W. Koch

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