Mummenschanz
Eines war von vornherein klar: Hier gilt’s dem Gaudium. Hier ist nichts ernst zu nehmen, wenn ein Stoffesel, mit zwei Menschen befüllt, im Kaiserhof des Klosterneuburger Stifts seine Runden trabt. Das 20-jährige Jubiläum der sommerlichen Opernspiele sollte ordentlich gefeiert werden, am besten mit einer handfesten Komödie, noch besser mit einer, die zum klösterlichen Ambiente passt. Und so geschah es auch. Gioachino Rossinis vorletzte vollendete Oper «Le Comte Ory» hat es getroffen. Und das – zumindest was das Szenische betrifft – gar nicht so schlecht.
Denn der Franzose François de Carpentries zeigt das Verwirrspiel um den ständig verliebten Grafen Ory als das, was es ist: eine spritzige Komödie. Hier wird nichts gedeutet, nichts interpretiert, nichts aktualisiert. Man spielt und singt einfach drauflos, als wäre so etwas wie Regietheater noch gar nicht erfunden. Carpentries erspart seinem Grafen, der um die Gunst der verwitweten Adèle ringt, nichts. Im wohlfeil anmutenden Eremitenkostüm, weiße Langhaarperücke inklusive, lässt er ihn als Glaubensmann auftreten, der bestens am Rosenmontag überzeugen könnte.
Um in Adèles Schloss zu gelangen, verkleiden sich Ory und seine Mannen ...
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Opernwelt September/Oktober 2017
Rubrik: Panorama, Seite 66
von Susanne Zobl
Frau Rebeka, Sie haben unter anderem in Pesaro studiert. Kommt man damit automatisch zu Rossini?
Nein. Ursprünglich wollte ich niemals Rossini singen. So viele Noten! So komplizierte Verzierungen! Rossini ist trotzdem ein Schicksalskomponist für mich. Meine erste Bühnenerfahrung war in Parma ein «Barbiere di Siviglia» für Kinder. Ich wusste, dass die Accademia in...
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