Foto: Janis Deinats

Apropos... Belcanto

Vokale Pyrotechnik allein ist für Rossini zu wenig. MARINA REBEKA, Sopranistin aus Lettland, muss es wissen, sie singt diese Partien seit Beginn ihrer Karriere. Im September erscheint eine CD, mit der sie den anderen, dramatischeren, auch unbekannten Rossini vorstellen will. Überhaupt ist der Belcanto zur Domäne der 37-Jährigen geworden, im Herbst zum Beispiel ist sie die Norma in einer neuen Produktion an der New Yorker Met

Opernwelt - Logo

Frau Rebeka, Sie haben unter anderem in Pesaro studiert. Kommt man damit automatisch zu Rossini?
Nein. Ursprünglich wollte ich niemals Rossini singen. So viele Noten! So komplizierte Verzierungen! Rossini ist trotzdem ein Schicksalskomponist für mich. Meine erste Bühnenerfahrung war in Parma ein «Barbiere di Siviglia» für Kinder. Ich wusste, dass die Accademia in Pesaro gut für die Karriere ist. Ich sollte die Frauenpartien von «Il viaggio a Reims» studieren. Außerdem habe ich dort meinen ersten Vertrag mit einer Agentur geschlossen.

Die hat eine Aufnahme aus Pesaro an die Scala geschickt – und Mailand wurde auf mich aufmerksam. Mein Debüt dort war ebenfalls mit «Viaggio», in Salzburg debütierte ich unter Riccardo Muti mit «Moïse et Pharaon». Und meine erste CD-Aufnahme war unter Antonio Pappano die «Petite Messe solennelle».

In Ihrem Terminkalender taucht immer wieder Verdis Violetta auf. Wann ist der Punkt erreicht, an dem Sie keine Lust mehr haben auf diese Partie?
Ich glaube, den wird es nicht geben. In dieser Partie finde ich für jeden Abend etwas anderes. Sogar für jede Pause kann man neue Emotionen, neue Gedanken finden. Bei Donna Anna dagegen war irgendwann Schluss. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2017
Rubrik: Magazin, Seite 119
von Markus Thiel

Weitere Beiträge
Wer die Freiheit angeschaut mit Augen

Es ist ein großes Wort, kaum gelassen auszusprechen. Singen jedoch lässt sich von der Freiheit leichter, zumal auf einem mediterranen Maskenball, mit Pauken und Trompeten, Klarinetten und Oboen, Flöten, Fagotti und Streichern. Fünf Kehlen entspringt, im enthusiastischen C-Dur, der Appell des ersten «Don Giovanni»-Finales: «Viva la libertà!». Bernard Foccroulle hat...

Editorial September/Oktober 2017

In wenigen Wochen sollen die Proben beginnen. Doch ob Kirill Serebrennikov nach Stuttgart reisen kann, um dort, nach zweijähriger Vorbereitung, seine Fassung der erzdeutschen Märchenoper «Hänsel und Gretel» zu inszenieren, ist Mitte August, bei Redaktionsschluss dieses Heftes, völlig offen. Im Mai wurde nach Betrugsvorwürfen gegen das von Serebrennikov seit 2012...

Quo vadis?

«Le timbre d’argent», das ist eine kleine silberne Tischglocke – die in Camille Saint-Saëns’ gleichnamiger Oper fatale Wirkungen entfaltet. Wann immer der Maler Conrad sie bedient, findet er prompt Geld in Hülle und Fülle, bringt aber damit zugleich einen ihm nahestehenden Menschen um. Das Geld benötigt er für die schöne Tänzerin Fiammetta, über die er seine...