Mozart: Don Giovanni

Regensburg

Opernwelt - Logo

Don Giovanni weigert sich zu bereuen. Das treibt ihn in den Untergang. Normalerweise. Nicht so in Regensburg, wo Angela Brandt ihn als alle Grenzen überschreitenden Libertin vorstellt. Viel von seiner erotischen Ausstrahlung bleibt ­dabei auf der Strecke. Eine Bestrafung würde hier ins Leere zielen; sie findet ­daher nicht statt. Beim Schlusssextett winkt Don Giovanni aus der Proszeniumsloge huldvoll ins Publikum: ein unsterblicher Mythos.

Die Jagd auf den Übeltäter und sein Untergang bleiben so der Musik überlassen: Das Philharmonische Orches­ter musizierte spannungs­geladen vom ers­ten bis zum letzten Ton unter der vo­rantreibenden Leitung von Raoul Grüneis, der auch vom Cembalo aus die Rezitative dramatisch durchgestaltete. Der stimmlich wie darstellerisch präsente Chor rundete den äußerst positiven musikalischen Eindruck des Abends ab.
Harald B. Thor hat auf der Drehbühne Räume geschaffen, die, von Hubert ­Goertz fantasievoll ausgeleuchtet, trotz kühler Abstraktion für jede Szene die entsprechende Atmosphäre schaffen konnten. Ein roter Außenring, der die schwarze Szenerie des inneren Kreises ummantelte, trug wesentlich zur szenischen Spannung bei. Die Kostüme von Tanja Hofmann ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2006
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 55
von Gerhard Heldt

Vergriffen
Weitere Beiträge
Eher routiniert als inspiriert

Katharina die Große, die diese Buffa in Auftrag gegeben hatte, war entzückt davon und ließ sie sich immer wieder vorspielen. Von Petersburg aus, wo sie 1779 ihre Uraufführung erlebten, kamen die «Astrologi immaginari» durch halb Europa. Joseph II., auch er ein Bewunderer, brachte sie nach Wien, wo sie 1781 unter dem Titel «Die eingebildeten Philosophen»...

Zwischen Tradition und Aufbruch

Die japanische Wirtschaft mag derzeit schwächeln, die japanische Gesellschaft sorgenvoll in die globalisierte Zukunft blicken, die japanische Politik den schmerzlichen Umbau des Sozialstaates betreiben – doch allen Krisensymptomen zum Trotz ist die Nachfrage nach teurer «klassischer» Musik aus Europa ungebrochen. Spielen auf Einladung privater Impresarii, sagen...

Irritierender Zeitfluss

Giselher Klebe gehörte zwischen 1960 und 1980 zu den he­rausragenden Vertretern der so genannten Literaturoper. Zwölf Bühnenwerke hat der seit 1957 in Detmold ansässige Komponist bis 1983 zur Uraufführung gebracht, als Nachzügler folgte 1995 noch «Gervaise Macquart» (OW 1/96). Seither ist es um den früher viel gespielten Komponisten still geworden. Detmold hat...