Mitspieler und Ruhepol

Der Belcantist unter den Wagner-Bässen: Jan-Hendrik Rootering zum 70.

Opernwelt - Logo

Was heißt schon schwierig? Schwierig ist das Leben, da geht es um alles», hat er einmal geantwortet auf Fragen nach den Anforderungen seines Berufs. «Auf der Bühne geht es doch höchstens um die eigene berufliche Existenz, oder?» Abgeklärtheit spricht daraus, Coolness, auch ein bisschen Ironie.  Und all das hat er in seine Rollen mitgenommen. Wenn Jan-Hendrik Rootering auftrat, konnte nichts schiefgehen. Er war, nicht nur aufgrund seiner Erscheinung, das Zentrum und der Ruhepol, an dem sich die anderen Kraftfelder ausrichteten.

Etwas anderes als Gesang wäre für ihn wohl kaum möglich gewesen. Ausgebildet und gefördert wurde der Schleswig-Holsteiner von seinem Vater, dem niederländischen Tenor Hendrikus Rootering. An der Bayerischen Staatsoper arbeitete  sich der Filius dann im Doppelsinne hoch: vom Geisterboten in Strauss’ «Frau ohne Schatten» bis zum Gurnemanz – und, wenn man die Tessitura bedenkt, zum Sachs. Alle großen Bass-Partien hat Rootering gesungen, auch an anderen Renommierbühnen.

Dass kraftraubende Höhenausflüge wie bei den «Meistersingern» oder als Wotan glückten, hat mit seiner souveränen Technik zu tun und mit dem Wissen um die eigenen Möglichkeiten. Rootering ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2020
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Markus Thiel

Weitere Beiträge
Der Unermüdliche

Ensemblekünstler und Wanderer zwischen den Welten – Victor von Halem ist eine besondere Erscheinung unter den Bassisten seiner Generation. 1940 als Sohn eines Diplomaten in Berlin geboren, verbrachte er einen großen Teil seiner Jugend in Portugal und Italien. Seine Gesangsausbildung erhielt er an der Münchner Musikhochschule bei Else Dornberger. Bevor es mit der...

Impressum März 2020

61. Jahrgang, Nr 3
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin

ISSN     0030-3690
Best.-Nr.     752331

REDAKTION OPERNWELT
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
redaktion@opernwelt.de
www.opernwelt.de

REDAKTION
Jürgen Otten (V. i. S. d. P.)
Albrecht Thiemann

REDAKTIONSBÜRO
Andrea Kaiser | redaktion...

Kräftig ausgestopft

Die letzte Operette der Weimarer Republik – der Werbeslogan ist so richtig wie der Versuch, das erst verbotene und dann verschollene Stück endlich im Repertoire zu verankern. Die Berliner Uraufführung hatte unter Mitwirkung Richard Taubers am 20. Januar 1933 stattgefunden, nur wenige Tage darauf waren die Beteiligten ihres Lebens nicht mehr sicher. Tauber, Jaromír...