Mit Speck ins Nirwana
Die Schurken gurken – genau zur Sau», singt der über verfließende Zeit und deren Stillstand gebietende «Anhalter», musikalisch symbolisiert durch Trompete und Cembalo im Habitus barocker Ariosi. Diese das Stück strukturierende Spielmacher-Figur ist vieles zugleich: Oratorien-Testo, Mentor der zu Superhelden mutierenden vier Schulkinder auf ihrer Heldenreise, Verführer und Bösewicht. Und Anno Schreiers überbordend fantasievoller Librettist Jürgen R.
Weber (der zuletzt in Erfurt mit einem bizarren «Rheingold» auf sich aufmerksam machte) spreizt die Sprachhöhen vom «Boing! – Schwing! – Doing» der nicht ausbleibenden Kämpfe bis zum Goethe-Zitat «Blut ist ein ganz besonderer Saft». An die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer, und geglückt zugleich an die älteren «bis 92», wendet er sich halb altväterisch-balladesk mit dem Refrain: «Ihr habt es sicher oft bestaunt auf Comic-Heft-Gemälden, sodass ihr klärlich nun kapiert, wie wunderschön es sich mutiert zum Superduper-Helden.»
Seinen Einstieg aber gewinnt er durch das Anhalten des Endkampfs um die Blaue Sau mittels eines magischen Rings – und die Geschichte beginnt von vorn. Realität und Fantasy-Welt, Schulhof und «Schwebeland» stehen ...
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Opernwelt Juli 2025
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Klaus Heinrich Kohrs
Epochenumbrüche gehen mit brutalen Verwerfungen einher. Der zwischen Antike und Mittelalter liefert hierfür ein Paradebeispiel. Das Römerreich fällt unter dem Ansturm von Völkern jenseits seiner Grenzen, angeführt etwa von Hunnenkönig Attila. Doch billigt ihm der Regisseur Leo Muscato als Einziger der Hauptfiguren in Verdis 1846 an La Fenice uraufgeführtem Frühwerk...
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Katzenvideos gehen immer. Im Foyer des Theaters Kiel sitzt man an diesem Abend in gemütlichen Sesseln und etwas abgewetzten Sofas beieinander und genießt Cat-Content der jüngeren Pop-Kultur. «Meeeow!», maunzt ein junges Kätzchen in die Kamera. Mit ein paar Beats, Gitarrenakkorden und sehr viel auto tune wird ein Song daraus – der virale Hit «I go meow» des...
