Mit Kinderaugen
Der Anlass verlangte nach dem Einsatz aller Mittel: die Hochzeit von Ludwig XIV. mit Maria Teresa von Spanien. Also wurde bei Francesco Cavalli eine spektakuläre Oper in Auftrag gegeben, mit allen Effekten, die die Bühnentechnik 1662 hergab. Uraufgeführt wurde «Ercole Amante» in einem für die Vorstellung extra errichteten Saal der Pariser Tuileries, wo die Musik angesichts des optischen Overkills allerdings beinahe unterging.
Eine solche Gefahr bestand in der Opéra Comique nicht, wo dieses Juwel nun wieder zu bestaunen war: Die Akustik der Salle Favart bewährte sich einmal mehr als optimal für barockes Repertoire, zumal die Wiedergabe in den Händen eines Experten wie Raphaël Pichon lag. Orchester und Chor des Ensembles Pygmalion spielten so prachtvoll wie subtil, fanden die ideale Mischung aus italienischem Glanz und französischem Feingefühl, die diese durch und durch europäische Musik auszeichnet.
Wie geht man heute mit dem Maschinentheater des 17. Jahrhunderts um? Valérie Lesort und Christian Hecq, denen am selben Ort schon der Erfolg von Aubers «Le Domino noir» zu verdanken war, geben eine interessante Antwort. Da kaum noch jemand an die Heroen der antiken Mythologie glaubt, ...
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Opernwelt Januar 2020
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Christian Merlin
61. Jahrgang, Nr 1
Opernwelt wird herausgegeben von
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Der 1724 entstandene «Tamerlano» ist Händels finsterste, kühnste Oper, ihr Ausgangspunkt ein historisches Ereignis: der Kriegszug des Mongolen-Khans Tamerlan, der 1402 den türkischen Sultan Bajazet besiegte und diesen dann in einem Käfig mit sich führte. Der amerikanische Regisseur R. B. Schlather und sein Bühnenbildner Paul Steinberg greifen diesen Ausgangspunkt...
