Mit Geschichte aufgeladen
Erst erwürgt Madame Mao ihren Gatten, dann schießt sie alle anderen über den Haufen, Amerikaner wie Chinesen. Schließlich ist es ihr Stück, das hier gespielt wird: «Das Rote Frauenbataillon» sollte, wie alles in Maos Ära, die Vergangenheit den kommunistischen Grundsätzen dienstbar machen, was mit einem Leichenberg aus 50 Millionen Toten endete.
Im Libretto von John Adams’ «Nixon in China» findet sich die Szene nicht, schon weil der Komponist in seiner Oper über den ersten Besuch eines US-Präsidenten im kommunistischen China nicht an Wertungen interessiert ist, sondern die Ereignisse unkommentiert ausstellt.
Der japanische Regisseur Tomo Sugao entfernt sich am Mainfrankentheater Würzburg weit von der realistischen Deutungstradition, die noch immer von Peter Sellars’ Uraufführungsbildern geprägt ist, um das Stück auf brillant gedachte, ästhetisch sensible Weise umso entschiedener einzulösen. Nicht von den Inhalten, von der Form her nähert sich sein Team dem Stoff. Das Bühnenbild von Julia Katharina Berndt übersetzt das ewige Kreisen der Musik in ein beständiges Rotieren der Drehbühne, die zwischen Segmenten einer knallroten Chinesischen Mauer verschiedene Variationen geschichtlich ...
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Die Wiederentdeckung der Grand Opéra und ihres wichtigsten Vertreters Giacomo Meyerbeer auf der Opernbühne geht voran. Da konnte es nicht ausbleiben, dass mit Gaspare Spontini auch einer seiner Wegbereiter in den Fokus des Interesses gerät. Der gebürtige Italiener und naturalisierte Franzose war, als Hofkomponist Napoleons und langjähriger Berliner...
Weltabschiedsweise tönt es gleich mit den ersten Takten aus dem Orchestergraben – mit einem Zitat aus dem dritten Aufzug von Wagners «Parsifal». Der Blick ins Libretto von Yona Kim, die ihre eigenen Szenenanweisungen als Regisseurin der Uraufführung freilich durchweg ignoriert, offenbart für das Vorspiel von Peter Ruzickas dritter Oper dazu passend «eine Lichtung...
