Mission: Impossible
Giuseppe Verdis «Aida» gilt als Festtagsstück selbst noch unter den großen Extrachor- und Extra-Bläser-Opern. Das hat sie vor die Pyramiden von Gizeh gebracht und bringt sie alljährlich in die Arena von Verona und ohnehin auf Freilichtbühnen aller Art, sofern der Platz und die musikalischen Kräfte reichen. Vor diesem Hintergrund ist es ganz solide, dass sie auch das zentrale Er -eignis der «Festwoche» zum Spielzeitauftakt am Staatstheater Darmstadt war. Und am Staatstheater Kassel die Ersatzspielstätte eröffnete.
Dieses Gebäude mit dem unverblümten Namen «Interim» bietet Platz für 850 Gäste und ist ein spektakuläres Riesenteil. Für sechs Jahre ist seine Nutzung aktuell geplant, während im Opernhaus saniert wird. Dann (oder entsprechend später) soll es so (oder so ähnlich) anderswo weiterverwendet werden. Sein modularer Bau eröffnet vielfältige Möglichkeiten, heißt es in Kassel. Vorläufig zeigt es sich als logische Weiterentwicklung der markanten Rauminstallationen, die Sebastian Hannak in den vergangenen Jahren schon im Stammhaus eingebaut hatte.
Es gibt diesmal eine Zuschauertribüne auf einer zum Auftakt weidlich genutzten Drehscheibe. Es gibt Gerüste an den Wänden, auf denen ...
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Opernwelt Dezember 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Judith von Sternburg
Christof Loy ist seit mehr als 35 Jahren im Operngeschäft – und in der Wahl seines Repertoires immer schon eigenwillig gewesen. Einige Werke des Kernrepertoires hat der Regisseur bewusst ausgelassen. So hat er nie eine «Butterfly» inszeniert, keinen «Rigoletto» und keinen «Trovatore», weder den «Fliegenden Holländer» noch den «Ring». Sein Faible galt (und gilt) dem...
Zwei Opernpremieren, die im Rückblick als ein musikpolitisches Schlüsselereignis im nationalistisch gefärbten Parteikampf der deutschen Kultur- und Ideengeschichte des frühen 19. Jahrhunderts gelten dürfen, fanden 1821 innerhalb weniger Wochen in Berlin statt – die von E. T. A. Hoffmann eingerichtete deutschsprachige Fassung von Gaspare Spontinis «Olympia», die den...
Einer der beiden Figaros dreht völlig durch, erdrosselt den frauengeilen Chef mit der Peitsche, um danach zu fliehen. Und der andere? Findet sich plötzlich als Gehilfe seines eigenen Autors wieder, um der vor Jahren enthaupteten Marie Antoinette ein unmoralisches Angebot zu machen: Geschichte zurückdrehen, Kopf wieder dran, dafür soll sie ins Bett mit...
