Love’s Labour’s Lost
Wie ein warmer Sonnenstrahl liegt die Sopranstimme von Eleonora Buratto, der «Sängerin des Jahres», über Orchester und Gesangsensemble in Giuseppe Verdis Komödie «Falstaff». Einst war sie Nannetta, eine Teenagerin, die ihre erste große Liebe erlebt und sich den Heiratswünschen ihres Vaters widersetzt. In dieser Rolle wurde Buratto 2013 bei den Salzburger Festspielen als «echte Entdeckung» gefeiert.
Doch seit Riccardo Muti sie 2016 in einer konzertanten «Falstaff»-Aufführung in New York als Alice Ford vorstellte, ist ihr diese Partie ans Herz gewachsen: mütterlich-eheerfahren, einer erotischen Spielerei nicht abgeneigt. Eine Frau von Welt, die souverän alle Fäden in der Hand behält, genau weiß, wie weit sie gehen darf, und trotz des allgemeinen Geschnatters und Palavers ein Ruhepol bleibt. So jedenfalls erscheint sie auf der Bühne der Semperoper. Daniele Gatti, Dresdens neuer GMD, hatte sich Verdis letzte Oper zum Einstand gewünscht, nachdem sie dort 15 Jahre lang nicht mehr zu sehen war (bei Gatti spielt seine #MeToo-Vergangenheit seltsamerweise keine Rolle mehr, im Unterschied zu François-Xavier Roth, der kürzlich ebenfalls seinen zweiten Einstand als Chefdirigent des ...
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Opernwelt Dezember 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Lotte Thaler und Volker Tarnow
Einer der beiden Figaros dreht völlig durch, erdrosselt den frauengeilen Chef mit der Peitsche, um danach zu fliehen. Und der andere? Findet sich plötzlich als Gehilfe seines eigenen Autors wieder, um der vor Jahren enthaupteten Marie Antoinette ein unmoralisches Angebot zu machen: Geschichte zurückdrehen, Kopf wieder dran, dafür soll sie ins Bett mit...
Liebe Frau Dasch, Sie haben im Vorfeld darum gebeten, dass wir dieses Gespräch führen, während wir in Berlin rund um die Krumme Lanke gehen. Steckt in Ihnen immer noch die naturliebende Pfadfinderin?
Sie sind nicht der Erste, der danach fragt, aber es stimmt: Ich bin eine stolze Pfadfinderin! Oder besser: Ich bin es wieder. In den ersten 20 Jahren meiner Karriere...
Für ihn sei ein Liederabend «wie eine Zusammenstellung von Gemälden, die Ahnungen in einem hervor -rufen, dann aber zu substanziellem Durchdringen führen müssen» – so umreißt Christian Gerhaher Sinn und Aufgabe eines solchen Recitals. Dazu brauche es Geduld, ergänzt er, und diese lerne man meist «erst im Laufe des Lebens, im Umgang mit klassischen Inhalten». Diese...
