Mission Belcanto

Warum sich das amerikanische Caramoor Summer Music Festival heute vor allem um Rossini & Co. dreht

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Seit 1945 spielt hier allsommerlich die Musik. Auf einem prachtvollen Landsitz, etwa 80 Kilometer nördlich von New York City. Damals ­luden die Eigentümer des Anwesens, der aus Berlin emigrierte Walter Rosen und seine Frau Lucy Bigelow (die übrigens einen Narren am Theremin gefressen hatte), erstmals zum Festival. Ein Musikzimmer und ein Hof in spanischer Anmutung dienten als Bühne für Liederabende, Kammermusik, Jazz und World Music. In den 50er-Jahren kam ein nach venezianischen Vorbildern gebautes Theater mit 1500 Plätzen hinzu.

Nun waren auch größer besetzte Konzerte und Opernaufführungen möglich. 1969 etwa stand Händels «Semele» mit Beverly Sills und Léopold Simoneau auf dem Programm. Mit dem New Yorker Orchestra of St. Luke’s steht seit 1979 zudem ein heraus­ragendes «Hausensemble» zur Verfügung. Inzwischen gilt das Caramoor Summer Music Festival in Nordamerika auch als Hochburg des Belcanto.

Angestoßen hat die Beschäftigung mit der italienischen Oper des frühen 19. Jahrhunderts der Musikhistoriker und Dirigent Will Crutchfield. Vor 20 Jahren rückte der ehemalige Kritiker der New York Times unter dem Motto «Bel Canto in Caramoor» zum ersten Mal Rossini & Co. in den Blick. ...

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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Magazin, Seite 91
von David Shengold

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