Mezzomanie
Elina Garanca – so hat sie es jüngst in dieser Zeitschrift erklärt – möchte keine Diva sein. Als eine solche aber wird sie, in Kleidern von Escada und Schmuck von Cartier, von ihrem Platten-Label im Booklet ihrer neuesten CD präsentiert. Dem Beispiel von La Bartoli folgend konzentriert sie sich im klug komponierten Programm auf Belcanto-Opern von Rossini («Tancredi», «Maometto II»), Bellini («Adelson e Salvini», «I Capuleti e i Montecchi») und Donizetti («Lucrezia Borgia», «L’assedio di Calais», «Roberto Devereux», «Dom Sébastien», «Maria Stuarda»).
Was wir hören, ist eine Fülle großer, meist vergessener, stets aber, wie etwa im Falle von Donizettis bedeutendem Spätwerk «Dom Sébastien», zu Unrecht unbekannter Musik. Garanca demonstriert ihre glänzende Kunst nicht nur in Arien, sondern auch in kompletten Ensembleszenen. Mit ihrer leicht ansprechenden, tragfähigen Stimme bewegt sie sich elegant durch den Koloratur-Parcours des Trinklieds aus «Lucrezia Borgia», verleiht der machtbewussten englischen Königin Elisabetta aus «Maria Stuarda» härtere Konturen, schwärmt im empfindsamen Romanzenton aus Bellinis Erstling «Adelson e Salvini» und verziert die zweite Strophe der Cabaletta des ...
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