Schnelldurchlauf

Helsinki, Kortekangas: Isän tyttö

Opernwelt - Logo

Feste soll man feiern, wie sie fallen: Aus Anlass der im Jahr 1907 erstmals durchgeführten Parlamentswahlen und der 1917 errungenen staatlichen Unabhängigkeit bat das finnische Parlament in Kooperation mit den Opernfestspielen von Savonlinna, die ihrerseits 2007 ihr vierzigjähriges Jubiläum feierten, den Komponisten Olli Kortekangas (*1955), eine Oper über die Geschichte der finnischen Nation zu schreiben.

Kortekangas’ in Savonlinna erfolgreich uraufgeführtes Werk «Isän tyttö» (Vaters Mädchen) gefiel Mikko Franck, dem Künstlerischen Leiter der Oper Helsinki, so gut, dass er es in den aktuellen Spielplan aufnahm – und so ein weiteres für Finnland bedeutendes Jubiläum krönen konnte: Vor zweihundert Jahren erlangte man Autonomie als Großfürstentum.

Olli Kortekangas, der unter anderem bei Einojuhani Rautavaara und Dieter Schnebel studierte, ist ein erfahrener Opernkomponist. Er hat ein besonderes Faible, für die menschliche Stimme zu schreiben. «Isän tyttö», sein sechstes (und ausgedehntestes) Bühnenwerk, steckt einen historischen Parcours durch neun Jahrzehnte seit der finnischen Unabhängigkeit ab. Die einzelnen Stationen – es sind exemplarische Episoden einer Familiengeschichte, in ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2009
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Silke Bruns

Vergriffen
Weitere Beiträge
Ins Absurde getrieben

Vielleicht ist die freche Münchner Neuinszenierung von Pfitzners «Palestrina» tatsächlich das Beste, was man dem Stück heute angedeihen lassen kann: die pop-ästhetische Aushebelung frommer Demutshaltung und historischer Einfühlung mit Hilfe von Geometrie und Ironie. Das Ganze lebt von konstruktivistischen Bühnenschnitten und absurdem Popanz in knalligem Pink und...

Brot gegen Wagner

Neues Musiktheater ist selten lustig. Im Raumklang findet Lachen keinen Platz. Deswegen gebührt der japanischen Komponistin Misato Mochizuki allein schon dafür Dank, dass sie ihrer ersten Beschäftigung mit dem Musiktheater ein heiter-witziges, zugleich mit etwas tieferer Bedeutung ausgestattetes Libretto zugrunde legt. Der Titel ihrer Kammeroper klingt...

Mehr als die Stimme seiner Meister

Zwischen Komponisten und Interpreten hat es vielfältige Symbiosen gegeben. Man denke an die tenorale Attraktivität Richard Taubers für Franz Lehár. Erst recht wären einige Werke Benjamin Brittens nicht ohne die Partnerschaft mit dem Tenor Peter Pears entstanden. Und Dietrich Fischer-Dieskau ist als Bariton-Charakter durch Henzes «Elegie für junge Liebende» und...