«Meine Stimme ist nicht schön»
Ihr letztes Album hieß «Guilty Pleasures», sündiges Vergnügen ...
Ja, es ist mein schlechtes Gewissen. Denn die Titel sind gar zu schön. Zumindest gemessen an den üblichen, europäischen Kriterien. Die CD knüpft an mein Album «The Beautiful Voice» an, das vor fünfzehn Jahren eine Art Durchbruch für mich bedeutete. Zumindest hat es das Klischee gefestigt, das mir seither anhängt. Mein letztes Album «Poèmes» enthielt dagegen mit Messiaen, Dutilleux und Ravel eher schwierige Werke.
Glauben Sie, dass Ihr Repertoire Gefahr läuft, aus dem Gleichgewicht zu geraten?
Als eine bekannte Sängerin muss ich darauf achten, regelmäßig ein größeres Publikum anzusprechen. Diesem Zweck dient «Guilty Pleasures». Das Programm umfasst Lieder in acht Sprachen, darunter viele Entdeckungen. Aber auch viele Lieblingssachen von mir.
Ein Konzeptalbum ohne Konzept?
Genau! Dagegen ist auch nichts einzuwenden, finde ich. Ich bin eine amerikanische Künstlerin, bei uns hat Klassik auch immer etwas mit Unterhaltung zu tun. Also ist auch mein Schuldgefühl am Ende natürlich nur ein ironisches.
Hadern Sie gelegentlich mit dem Klischee der «schönen Stimme»?
Ich weiß nicht recht. Es entspricht jedenfalls nicht meiner ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt April 2014
Rubrik: Interview, Seite 26
von Kai Luehrs-Kaiser
Als Thriller im Kammerspiel-Format zeigt der Regisseur Tobias Kratzer am Luzerner Theater Bizets «Carmen». Seine Inszenierung beginnt da, wo der dritte Akt der Oper endet: Carmen hat Don José verlassen und ist zum Torero Escamillo gezogen. Der Bühne von Rainer Sellmaier zeigt ein Zimmer in Escamillos Wohnung in einem unwirtlichen Betonbau. Über dem Flachbildschirm...
Herr Soltesz, Sie waren 16 Jahre Intendant und Generalmusikdirektor in Essen. Für heutige Verhältnisse eine Ewigkeit?
Die Zeiten sind kurzatmiger geworden. Wolfgang Sawallisch war 22 Jahre an der Bayerischen Staatsoper in München, das entspricht nach heutigem Empfinden der Zeit, die ich in Essen geblieben bin. Als ich den Vertrag unterschrieb, rechnete ich mit einer...
Im Jahr 2012 wurde in Dresden ein Märchenschatz gehoben: Jaromir Weinbergers «Schwanda, der Dudelsackpfeifer» (siehe OW 5/2012). In dieser Oper folgt der Titelheld dem Räuber Babinsky in die weite Welt hinaus, entflammt eine Eisprinzessin, macht dem Teufel das Leben zur Hölle und kehrt dann zurück ins traute böhmische Heim, zu seiner Dorotka. 1927 machte dieser...
