«Meine Stimme ist nicht schön»
Ihr letztes Album hieß «Guilty Pleasures», sündiges Vergnügen ...
Ja, es ist mein schlechtes Gewissen. Denn die Titel sind gar zu schön. Zumindest gemessen an den üblichen, europäischen Kriterien. Die CD knüpft an mein Album «The Beautiful Voice» an, das vor fünfzehn Jahren eine Art Durchbruch für mich bedeutete. Zumindest hat es das Klischee gefestigt, das mir seither anhängt. Mein letztes Album «Poèmes» enthielt dagegen mit Messiaen, Dutilleux und Ravel eher schwierige Werke.
Glauben Sie, dass Ihr Repertoire Gefahr läuft, aus dem Gleichgewicht zu geraten?
Als eine bekannte Sängerin muss ich darauf achten, regelmäßig ein größeres Publikum anzusprechen. Diesem Zweck dient «Guilty Pleasures». Das Programm umfasst Lieder in acht Sprachen, darunter viele Entdeckungen. Aber auch viele Lieblingssachen von mir.
Ein Konzeptalbum ohne Konzept?
Genau! Dagegen ist auch nichts einzuwenden, finde ich. Ich bin eine amerikanische Künstlerin, bei uns hat Klassik auch immer etwas mit Unterhaltung zu tun. Also ist auch mein Schuldgefühl am Ende natürlich nur ein ironisches.
Hadern Sie gelegentlich mit dem Klischee der «schönen Stimme»?
Ich weiß nicht recht. Es entspricht jedenfalls nicht meiner ...
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Opernwelt April 2014
Rubrik: Interview, Seite 26
von Kai Luehrs-Kaiser
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