«Mein Morgen- und abendliches Künstlergebet heißt: Deutsche Oper»
Schumann gilt, wie Brahms, als der undramatische Komponist schlechthin, als Meister der lyrischen Kleinform, dessen Begabung sich in der Klaviermusik und im Lied erschöpft. Schumann selbst empfand es, wie er 1842 an Carl Koßmaly schrieb, anders: «Wissen Sie mein Morgen- und abendliches Künstlergebet? Deutsche Oper heißt es. Da ist zu wirken.»
Schumann, dies macht seine kompositorische Entwicklung deutlich, strebte nach öffentlicher Wirksamkeit.
Schritt für Schritt eroberte er sich nach seinen neuartigen, im Jahrzehnt zwischen 1830 und 1840 entstandenen Klavierwerken, mit dem Lied, der Kammermusik, der Sinfonie und schließlich dem Oratorium «Das Paradies und die Peri» breitere Publikumsschichten. Sein Endziel war die Oper, als repräsentativste Gattung das musikalische Medium der bürgerlichen Öffentlichkeit schlechthin. Oper versprach breites Prestige und wirtschaftlichen Erfolg, an denen Schumann nach seiner 1840 erfolgten Heirat mit Clara Wieck gelegen sein musste.
Schumanns Liebeswerben um die Oper reicht bis in die Anfänge seines Komponierens zurück. Erste Opernpläne wälzte, nach Ausweis seines Tagebuchs und seiner Briefe, bereits der Zwanzigjährige: «Ich bin in Feuer und Flammen ...
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