Mein lieber Pfau!

Wagner: Lohengrin am Theater Hagen

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Im Theater stehlen echte Tiere auf der Bühne den Menschen zuverlässig die Schau. Allerdings protestieren zunehmend Tierschützer gegen den Einsatz der unfreiwilligen Bühnenstars. Menschen in Tierkostümen dagegen kommen heute fast nur noch in Kinderstücken vor. Und da, wo sie im Erwachsenen-Theater verlangt sind – etwa bei Janáčeks «Schlauem Füchslein» – widerstehen Regie und Kostümdesign in der Regel der Versuchung märchenhafter Opulenz und stellen die Figuren ohne Fuchsschwänze oder Bärenfelle auf die Bühne.

Was das ungeklärte Verhältnis zwischen Bühnen-Mensch und -Tier aber auch nicht löst.

Nelly Danker erstaunt in Hagen nun mit einer kuriosen Idee für Wagners «Lohengrin»: Die Regisseurin steckt das gesamte Personal in Vogelkostüme. Da ist in Fragen der Zuordnung ornithologischer Sachverstand gefragt, aber zum Glück bietet das Programmheft Hilfestellung. Trotzdem ist es gar nicht so leicht, die schematisierten Zeichnungen aus den zoologischen Fachbüchern mit Amélie Sators überzeichnenden Textilien abzugleichen. Klar: Lohengrin mit blauer Kappe, wippenden Fühlern und Schleppe ist ein Pfau, aber Elsa ganz in Weiß? Eine Taube, von der ja immerhin später in der Gralserzählung noch ...

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Opernwelt April 2024
Rubrik: Panorama, Seite 56
von Regine Müller

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