Vergnüglich

Wolf-Ferrari: Il segreto di Susanna / Menotti: The Telephone am Theater Görlitz

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Jeder hat sein Guilty Pleasure, wie man neudeutsch zu einem Laster sagt. Genussmittel wie Alkohol fallen darunter, Lebensmittel wie Schokolade, auch wer sich wochenends auf ausgiebige Shopping-Tour begibt, ist nicht freizusprechen. Gemeint ist eben alles, was man nicht nur ab und zu, sondern regelmäßig tut, kauft und konsumiert – und das im Geheimen, weil es Dinge sind, die man vor seinen Mitmenschen ungern zur Schau stellt. Beim heimlichen Rauchen ist es nicht anders – dumm nur, wenn sich daran ein handfester Ehestreit entzündet.

Und zwar nicht, weil sich der Partner am Zigarettendunst in den häuslichen vier Wänden stören würde, sondern weil er, der Eifersüchtige, dahinter einen Nebenbuhler wittert, der unentdeckt zur Gattin schleicht.

Ermanno Wolf-Ferrari, wie sein Zeitgenosse Ferruccio Busoni gleichermaßen im romanischen und germanischen Kulturkreis beheimatet, hat darüber eine komische Kurzoper geschrieben, «Il segreto di Susanna», die das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau nun unter ihrem deutschen Titel («Susannens Geheimnis») in einer quirligen Studioproduktion zeigt. In der Beziehung von Susanne (temperamentvoll-kapriziös: Nienke Otten) und ihres sauertöpfischen ...

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Opernwelt April 2024
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Werner Kopfmüller

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