Vergnüglich
Jeder hat sein Guilty Pleasure, wie man neudeutsch zu einem Laster sagt. Genussmittel wie Alkohol fallen darunter, Lebensmittel wie Schokolade, auch wer sich wochenends auf ausgiebige Shopping-Tour begibt, ist nicht freizusprechen. Gemeint ist eben alles, was man nicht nur ab und zu, sondern regelmäßig tut, kauft und konsumiert – und das im Geheimen, weil es Dinge sind, die man vor seinen Mitmenschen ungern zur Schau stellt. Beim heimlichen Rauchen ist es nicht anders – dumm nur, wenn sich daran ein handfester Ehestreit entzündet.
Und zwar nicht, weil sich der Partner am Zigarettendunst in den häuslichen vier Wänden stören würde, sondern weil er, der Eifersüchtige, dahinter einen Nebenbuhler wittert, der unentdeckt zur Gattin schleicht.
Ermanno Wolf-Ferrari, wie sein Zeitgenosse Ferruccio Busoni gleichermaßen im romanischen und germanischen Kulturkreis beheimatet, hat darüber eine komische Kurzoper geschrieben, «Il segreto di Susanna», die das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau nun unter ihrem deutschen Titel («Susannens Geheimnis») in einer quirligen Studioproduktion zeigt. In der Beziehung von Susanne (temperamentvoll-kapriziös: Nienke Otten) und ihres sauertöpfischen ...
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Opernwelt April 2024
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Werner Kopfmüller
Bühnenbilder von Karl-Ernst Herrmann bewegten sich immer «in einer unnachahmlichen Spannung zwischen den hinreißenden Details und dem großen Ganzen Schönen», schrieb Gerhard Stadelmaier 2018 in seinem Nachruf für die FAZ. Das große Ganze, meistens auch Schöne ist bekannt: Herrmanns Anfänge mit Kurt Hübner in Ulm und Bremen, die höchst individuellen (Ent-)Würfe für...
Turandot war sein Schicksal. Nicht aber die eisgekühlte Prinzessin dieses Namens, sondern Giacomo Puccinis unvollendete Oper. Mit ihrer Vervollständigung wurde Franco Alfano nach dem Tod des Komponistenkol -legen 1924 beauftragt, allein, großes Glück war ihm nicht beschieden. Seine erste Version (nach Skizzen Puccinis) fegte der Uraufführungsdirigent Arturo...
Unkonventionell
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Polyglot...
