Maximale Diskrepanz
Das erste Mal erregte der Regisseur Miloš Lolić in der deutschsprachigen Theaterlandschaft Aufsehen, als er beim Festival «Radikal jung» am Münchner Volkstheater seine in Belgrad entstandene Inszenierung von Falk Richters «Gott ist ein DJ» präsentierte. Das war 2011. Es folgten Arbeiten in Basel, Berlin, Düsseldorf, München und Wien – oft bildmächtige, leidenschaftliche Huldigungen an die Bühnenkunst, gern unterfüttert mit einem politischen Anliegen.
Nun hat die neue Leitung der Bühnen Bern ein ausgesprochenes Faible für Debütanten im Musiktheater; mit Ewelina Marciniak, die Wagners «Rheingold», ihre erste Opernarbeit, gleich mit ungeheurem Instinkt und dabei auch noch hochspannend inszenierte, ging das jüngst auch trefflich auf. Bei Lolić und Mozarts «Idomeneo» funktioniert es nicht. Klar, das Stück ist schwieriges Terrain; für die Geschichte mit schlechtgelaunten Göttern, idiotischen Schwüren und einem in seiner Überschaubarkeit niederschmetternden Liebesdreieck braucht man schon eine sehr gute Idee. Lolić war bislang in seinen Theaterarbeiten um Einfälle nicht verlegen, hier hat er einen ziemlich blöden: Er lässt sich von Wolfgang Menardi eine «Bühne» mit Portal, Vorhang und ...
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Opernwelt April 2022
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Egbert Tholl
PERSONALIEN, MELDUNGEN
JUBILARE
Matti Lehtinen absolvierte seine Ausbildung an der Sibelius-Akademie in Helsinki und an der Opernschule der Kungliga Operan in Stockholm. 1949 debütierte er als Papageno in Mozarts «Zauberflöte» an der Finnischen Nationaloper und wurde Ensemblemitglied. Im Jahr darauf gewann der Bariton den Internationalen Concours de Genève. 1952–55...
Zu den großen Bewunderern von Carlo Goldonis populärer Komödie «Le baruffe chiozzotte» zählte auch Johann Wolfgang von Goethe; nachzulesen ist es in einem Reisetagebucheintrag vom 10. Oktober 1786: «Nun endlich kann ich denn auch sagen, daß ich eine Komödie gesehen habe! Sie spielten heut’ auf dem Theater St. Lukas
Tora Augestad ist nicht zu fassen. Ein bisschen erinnert eine Begegnung mit ihrer Kunst an die Erkundung von Herzog Blaubarts Schloss: Mehrere «Türen» gibt es da, die man ganz behutsam öffnet, im Glauben, endlich auf den Schatz (oder zumindest auf irgendeine Erkenntnis) zu treffen, um dann doch jedes Mal ziemlich überrascht davon zu sein, was man in den Räumen...
