Management von Finanzkrisen
Die wirtschaftswissenschaftliche Auseinandersetzung mit Fragen der öffentlichen Finanzierung von Kultur verliert sich meist in den Verästelungen der Wohlfahrtsökonomie. Von solchen akademisch-spekulativen Ansätzen hebt sich die englische Dissertation «In Search of a Magic Flute» von David Ranan als eine eher praxisorientierte Studie ab. Der Autor hat den größten Teil seiner professionellen Karriere als Banker in der Londoner City verbracht.
Die Oper blieb seine private Leidenschaft, bis die öffentliche Diskussion um die Renovierung des Royal Opera House in London aus Lottomitteln sein wissenschaftliches Interesse für das Thema Opernfinanzierung weckte.
Die Arbeit besteht in der Hauptsache aus sechs Fallstudien zum Royal Opera House, zur Opera North und Kent Opera sowie zu den Opern in Frankfurt, München und Berlin. Aus den daraus gewonnenen Erkenntnissen leitet Ranan ein Modell ab, das verschiedenen Finanzierungssituationen unterschiedliche Formen des Managements zuordnet. Die Situation «chronischer Knappheit» etwa, in der der Zuschussgeber einen einmal erreichten Level der Förderung beibehalten will, verführt das Management zu einem unauffälligen «Durchwursteln». Bei gleich ...
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