Management von Finanzkrisen
Die wirtschaftswissenschaftliche Auseinandersetzung mit Fragen der öffentlichen Finanzierung von Kultur verliert sich meist in den Verästelungen der Wohlfahrtsökonomie. Von solchen akademisch-spekulativen Ansätzen hebt sich die englische Dissertation «In Search of a Magic Flute» von David Ranan als eine eher praxisorientierte Studie ab. Der Autor hat den größten Teil seiner professionellen Karriere als Banker in der Londoner City verbracht.
Die Oper blieb seine private Leidenschaft, bis die öffentliche Diskussion um die Renovierung des Royal Opera House in London aus Lottomitteln sein wissenschaftliches Interesse für das Thema Opernfinanzierung weckte.
Die Arbeit besteht in der Hauptsache aus sechs Fallstudien zum Royal Opera House, zur Opera North und Kent Opera sowie zu den Opern in Frankfurt, München und Berlin. Aus den daraus gewonnenen Erkenntnissen leitet Ranan ein Modell ab, das verschiedenen Finanzierungssituationen unterschiedliche Formen des Managements zuordnet. Die Situation «chronischer Knappheit» etwa, in der der Zuschussgeber einen einmal erreichten Level der Förderung beibehalten will, verführt das Management zu einem unauffälligen «Durchwursteln». Bei gleich ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Über die Entscheidung der «Opernwelt»-Kritiker, für die vergangene Spielzeit das «Deutsche Stadttheater» zum «Opernhaus des Jahres» zu erheben, konnte er noch zufrieden und still lächeln. Claus Leininger wusste, dass diese Wahl eines Tages so ausfallen würde: Als Intendant des Musiktheaters im Revier in Gelsenkirchen von 1977 bis 1986 und danach des Hessischen...
Die permanente Androhung von Missbrauch, Vergewaltigung und Mord kann Menschen mürbe machen. Auch Cleopatra ist am Ende von Händels «Giulio Cesare» schier wahnsinnig geworden vor Todesangst und kann ihre letzte Arie nur scheinbar fröhlich trällern – wie ein Kind, das es schaudert, in den Keller zu gehen. Diese Cleopatra zittert am ganzen Leib, will sich nicht...
In groß angelegten Biografien spielt Wagners Würzburger Jahr (Januar 1833 bis Januar 1834) meist nur eine untergeordnete Rolle: Als, laut eigener Aussage, dilettierender Chordirektor, lernte er den Repertoirebetrieb kennen. Theatermacher galten damals noch als eine Art Gaukler, und es sollte noch dauern, bis sie aus den unteren sozialen Schichten aufsteigen...
