«Man muss sein Publikum genau kennen»
Herr Domingo, zu Beginn Ihrer Karriere war die Hamburgische Staatsoper eine der wichtigsten Stationen. Nehmen wir einmal an, Hamburg hätte Ihnen eines Tages angeboten, dort Staatsopernintendant zu werden. Wäre das eine ernsthafte Versuchung gewesen?
Eine reizvolle Vorstellung. Aber leider unrealistisch. Aus einem Grund: die Familie. Meine drei Söhne leben mit ihren Familien nun mal in New York und in Los Angeles. Bei uns ist es Tradition, an bedeutenden Feiertagen zusammenzukommen.
Wir – meine Frau Marta, die Kinder und ich – treffen uns dann in unserem Haus in Acapulco. Mit anderen Worten: Was mich in die Neue Welt zieht, sind vor allem persönliche emotionale Bindungen. Gesetzt den Fall, mich hätte eine solche Anfrage aus Hamburg erreicht, als die Kinder noch klein waren – ich hätte sie wohl dennoch ausgeschlagen. Damals war ich vollauf damit beschäftigt, mich als Sänger und Dirigent zu etablieren. Für die Führung eines großen Opernhauses wäre ich noch nicht reif gewesen.
Heute stehen Sie an der Spitze von gleich zwei amerikanischen Opernhäusern – der National Opera in Washington und der Los Angeles Opera. Welchen Herausforderungen muss sich ein General Director in den USA heute ...
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