Mama wird’s schon richten

Valencia: Martín y Soler: Una cosa rara

So machen’s eben doch nicht alle! Noch bevor Lorenzo da Ponte in «Così fan tutte» die weibliche Treue grundsätzlich infrage stellte, entwarf er in «Una cosa rara» ein Gegenbild: Es sei zwar sehr selten, aber es komme doch vor, dass «bellezza ed onestà» zur Synthese finden. Das gute Beispiel gibt die Bäuerin Lilla, die allen Anfechtungen zum Trotz ihrem grobschlächtigen und jähzornigen Lubino die Treue hält. Freilich spielt sich diese Handlung in einer idealisierten Welt ab, die von Rousseau geprägt ist.

Königin Isabella würde liebend gern ihren Palast mit den «einfachen Hütten» tauschen, in denen «das Glück wohnt». Als gute Landesmutter kann sie nicht mehr tun, als die richtigen Paare, die sich ständig küssen und schlagen, zusammen-
zuführen und einen Skandal vom eigenen Hause abzuwenden. Ihr Sohn Giovanni nämlich, ein noch grünes Bürscherl, das am Rockzipfel der Mama hängt, versucht den Don Juan zu geben und Lilla mit Geschenken und Geld zu erobern. Auf eine Beschwerde der Landleute hin nimmt der Hofmeister Corrado alle Schuld auf sich, um Giovanni zu decken, und wird von Isabella in die Verbannung geschickt. Die Oper endet mit Gesang und Tanz zu Ehren der weisen Monarchin.

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Opernwelt April 2010
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
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