Magische Bilder
In ihrer Neuinszenierung von Wagners «Tannhäuser» griffen Bühnenbildner Roland Aeschlimann und Regisseur Peter Beat Wyrsch auf das Konzept ihrer «Ring»-Deutung zurück. Aeschlimann hatte den Graben wieder überdeckelt, was nicht nur dem Klang des unter der Leitung von Rainer Mühlbach erstaunlich differenziert und tonschön spielenden Orchesters zugute kam, sondern die Rampe unmittelbar vor die Zuschauer setzte.
Auf der Bühne selbst vollzog sich ein aus Licht und Schleiern gewirktes Spiel der Formen und Farben, das vor allem im ersten und dritten Akt immer wieder Tannhäusers Pilgerfahrt ins Innere der Seele magisch illuminierte. Venus und Elisabeth wurden auf diese Weise zu Personifizierungen von Tannhäusers emotionaler, zwischen Sensualismus und sozialer Anerkennung schwankender Labilität, was die entgegen Wagners ausdrücklichem Wunsch vorgenommene Besetzung der beiden Frauen durch dieselbe Sängerin zwar verständlich, aber nicht richtiger machte.
Leider hat Wyrsch Aeschlimanns visionäre Bilderwelt in seiner Personenführung kaum aufgenommen und auch die Möglichkeit der Trennung in Proszenium und Hauptbühne, anders als im «Ring», nicht dramaturgisch sinnvoll genutzt. So gingen die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das deutsche und österreichische Repertoiresystem, im Einzelnen schon durch die normative Kraft des Faktischen in Frage gestellt, hat mit den Pariser Operngepflogenheiten wenig gemein. Das einzige Opernhaus, das sich mit deutschen Bühnen vergleichen lässt, ist die Opéra National mit ihren beiden Spielstätten Opéra de Bastille (2700 Plätze) und Palais Garnier,...
Man kommt nicht sofort darauf. Zu abstrakt klingt beim ersten Hinhören, bei der ersten Begegnung der Titel des neuen Stücks von Ruedi Häusermann, zu intellektuell überhöht, als dass man sogleich auf die Idee verfiele, es könnte sich bei «Gewähltes Profil: Lautlos» ganz und gar profan um eine Einstellung handeln, die sich auf den meisten Mobiltelefonen findet. Eben...
Die gepuderte Perücke taucht aus dem aufgeschäumten Kaffeeobers auf. Oder versinkt sie darin? «Latte Amadeus – mit einem Hauch von Mozart» ist die gastronomische Variante des Feldkirch Festivals 2006, wenn man so will eine ganz konsequente. Denn auch in der «kleinen historischen Stadt» (Fremdenverkehrsprospekt) auf der vorarlbergischen Alpenrheinseite hat der...
