Händel: Poro
Man liebt sich, man fetzt sich. Statt der üblichen Abgangsarie hören wir ein Duett. Poro und Cleofide fauchen sich an wie Katzen und werfen sich die reizenden Melodien an den Kopf, mit denen sie sich eben noch ihre Treue versichert haben. Kurz darauf, nach der Pause, sind beide wieder in zärtlichstem fis-moll vereint, largo und pianissimo. Und das ist auch nötig, denn das Schicksal dräut in Gestalt von Alexander dem Großen, der gerade dabei ist, Indien zu erobern, das Reich von Poro und Cleofide.
In seiner einundzwanzigsten Londoner Oper mixt Händel Weltgeschichte und private Affekte besonders bunt. Das führt dazu, dass von Metastasios Libretto nicht allzu viel übrig bleibt und jede Figur ihre eigene musikalische Sprache spricht. Erissena zum Beispiel, Poros Schwester, beginnt wie eine barocke Carmen und besingt die flatternde Liebe in neapolitanischer Buffo-Manier (selbstironisch: Franziska Gottwald). Später wächst sie zur großen Staunenden und schließlich sogar zur Liebenden, geadelt durch den bukolischen Flor von Händels Musik.
Es gehört zu den musikalischen Vorzügen der jüngsten Göttinger Festspielpremiere, dass sie solche Wandlungen, so blitzartig sie auch oft erfolgen, ...
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Warum nicht einmal so, wie sich Richard Wagners «Die Meistersinger von Nürnberg» am Luxemburger Grand Théâtre in der Fassung der Berliner Volksbühne präsentieren? Was exaltierte Musiktheaterregisseure schon alles mit der deutschsten aller deutschen Opern angestellt haben, wobei sie sich stets furchtsam an die komplette Partitur klammerten, das kann einen...
Als Offenbachs «Rheinnixen» 2002 in Montpellier konzertant «wiederentdeckt» wurden, glich das einer Sensation, die vom Publikum heftig gefeiert wurde. Nicht minder Aufsehen erregend war die erste szenische Wiederbelebung 2005 in Ljubljana – einhunderteinundvierzig Jahre nach der Uraufführung.
Jacques Offenbachs Oper «Les Fées du Rhin», deren deutscher Titel etwas...
West-Berlin, Akademie der Künste, 29. Januar 1981. Eine bis dahin noch nie in Erscheinung getretene Gruppe um den Regisseur Henry Akina zeigt Poulencs «Voix humaine», Ned Rorems «Poems of Love and Rain» und Janáceks «Tagebuch eines Verschollenen». Der Spiritus Rector inszeniert, die musikalische Leitung hat Ivan Törzs. Drei Novitäten auf dem Berliner Spielplan....
