Magie erkunden

Helmut Lachenmanns kritische Texte zur Musik aus den Jahren 1996-2020

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Musik soll Menschen verbinden können, über Zeiten und Räume hinweg, also zeit- und grenzenlos sein. So zumindest lauten naiver Wunschtraum und wohlmeinendes Vorurteil; auch der Glaube an eine angeblich sprachähnliche Verständlichkeit drückt sich landläufig so aus. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus.

Die Spaltung zwischen «E» und «U» hat sich – trotz der Behauptung einer (furchtbaren) «Neo-Klassik» – wohl vertieft, zumal jüngere Musikliebhaber weniger auf «Klassik» fixiert zu sein scheinen, trotz der allgegenwärtigen digitalen – ja, fast immer sogar kostenlosen – Verfügbarkeit. Aber selbst hier nehmen die Abschottungsmechanismen überhand: Das Wissen über das Kern-Repertoire des 18. und 19. sowie des frühen 20. Jahrhunderts nimmt ab, zumindest im Bereich Konzert, während im Musiktheater die Vielfalt hinsichtlich der Aufführungspraxis eher zunimmt.

Bei den Komponisten gibt es ein Doppel-Schisma: zwischen denen der «absoluten» (Instrumental-)Musik und der «angewandten» Musik für Bühne oder Film sowie zwischen Stück- und Textautoren. Wobei Helmut Lachenmann nicht nur keineswegs als Opernkomponist firmiert, sondern auch mit der gleichen radikalen Intensität, mit der er komponiert, ...

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Opernwelt März 2022
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 28
von Gerhard R. Koch

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