Märchenhaft

Wagner: Der fliegende Holländer LANDESBÜHNEN SACHSEN | FELSENBÜHNE RATHEN

Opernwelt - Logo

Hoch über dem Tal ragen die baumbewachsenen Sandsteinfelsen der Bastei in den Abendhimmel, unten überwuchert sattgrünes Moos das Gestein, und mittendrin: Theater. Vielleicht treffen nirgendwo in Deutschland Natur und Kunst so nahezu plakativ schön aufeinander wie in der Felsenbühne Rathen.

Angelegt in den 1920er-Jahren und nach dem Zweiten Weltkrieg Ort der populären Karl-May-Festspiele, wurde sie nun von den Landesbühnen Sachsen mit Unterstützung des Freistaats für 18,4 Millionen Euro saniert und mit modernster Technik ausgestattet.

Gefeiert wurde die Wiedereröffnung mit eigenen Festspielen, im Programm fand sich auch eine Oper: «Der fliegender Holländer». Dirigent Ekkehard Klemm entschied sich für die frühe Fassung der Ouvertüre und des Finales. Sein Orchester, die Elbland Philharmonie Sachsen, sitzt seitlich links neben der nach dem Umbau nochmals vergrößerten Bühne hinter einer Glaswand. Was ein bisschen schade ist, denn der Klang wird auf diese Weise arg gestaut. Mit welch wildschäumendem Engagement und welcher Präzision das Orchester spielt, kann man auf diese Weise lediglich ahnen. Beeindruckend hingegen das Bühnenbild von Ralph Zeger: Wie als Kommentar auf die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt 11 2022
Rubrik: Panorama, Seite 57
von Udo Badelt

Weitere Beiträge
Es ist ein Schnitter, heißt der Tod

An dem Versuch, Alfred Döblins 1929 erschienenen Großstadtroman «Berlin Alexanderplatz» zu verfilmen oder als Schauspiel zu adaptieren, sind schon viele Regisseure gescheitert. Die offene Form der Montagetechnik, die Vielfalt der simultanen Sprachebenen vom mythologisch-biblischen Tonfall bis zu collagierten Zitaten aus Presse, Werbung und Konsumwelt, nicht zuletzt...

Die Pflanzen tanzen

Man schrieb das Jahr 1996 an der Adria. Juan Diego Flórez, eigentlich für eine kleine Rolle vorgesehen, übernahm die zentrale Tenorpartie in «Matilde di Shabran». Und ebnete sich damit den Weg auf die großen Bühnen der Welt. Auch in diesem Jahr war Flórez beim Rossini Opera Festival in Pesaro zu hören, in der Titelrolle von «Le comte Ory», den Gioachino Rossini...

Künstlerleben

Ein Mann wird 80 - der Pianist und Dirigent Daniel Barenboim, Orchestergründer und kämpferischer politischer Geist, dominante Autorität als Berliner Generalmusikdirektor, dessen Führungsstil Debatten hervorrief. Dagegen wirkt Barenboims unmittelbare Gegenwart ziemlich fragil. Nach überstürzter Tourneeabsage im Mai und der Rückkehr mit seinem West-Eastern Divan...