Kopfgeburt

Wagner: Das Rheingold SAARBRÜCKEN | SAARLÄNDISCHES STAATSTHEATER

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Der Saarbrücker «Ring» von Alexandra Szemerédy und Magdolna Parditka hätte 2020 starten sollen. Die Pandemie verhinderte es und lässt nun die in weißen Schutzanzügen arbeitenden Laboranten auf der Bühne viel gegenwärtiger, auch zeitgeistiger erscheinen, als es geplant gewesen sein muss. Vorab ist zu lesen, dass Szemerédy und Parditka auf Götter und Mythen verzichten und den Stoff «für die Jetztzeit decodieren» wollen. Das sollte sich zwar heute von selbst verstehen. Aber nun kommt ein rigoroses Konzept – und die beiden exerzieren es zumindest einmal durch.

 

Smarte Animationen (Videos: Leonard Koch) stimmen darauf ein, die Wände sind mit dem für den «Ring» durchaus tiefsinnigen PR-Motto «war ist wird» bedruckt: Wotan und Fricka haben mit ihrer Familie ein Biotechnologie-Unternehmen aufgezogen, in dessen schicken unterirdischen Laboren Menschen gezüchtet und aufbewahrt werden: semmelblond wie der Firmenchef und die Seinen. Allein der Geburtsvorgang scheint noch «wie gehabt» zu verlaufen, anschließend wird der Mutter das Baby weggenommen und für Höheres und Blonderes präpariert. Selbiges passiert auch Erda – das Baby dürfte also Brünnhilde sein. Das Rheingold: die stummen, ...

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Opernwelt 11 2022
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Judith von Sternburg

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