Madama, Poesia!
Eigentlich ist sie ein Morgenmensch. Wenn die ersten Sonnenstrahlen in ihr Schlafzimmer dringen, springt Eleonora Buratto aus dem Bett. In der Frühe kann sie alles in Ruhe erledigen. Nachmittags macht sie gern ein Schläfchen (zumal in der Sommerhitze), und ab 22.30 Uhr wird sie allmählich müde. Wie verträgt sich ein solcher Biorhythmus mit dem Leben auf der Bühne? Zum Glück gibt es ja noch das Adrenalin am Abend, versichert sie vergnügt. Doch am liebsten wäre der Sängerin ein Aufführungsbeginn um 17 Uhr, «das wäre perfekt», 19 Uhr ist noch okay.
Wir treffen uns auch an einem Vormittag, in einem Café in Bergamo, direkt gegenüber dem Teatro Donizetti. Dort war sie 2006 in einem Konzert für Luciano Pavarotti aufgetreten, als ihm der Donizetti-Preis verliehen wurde und sie seine Studentin war. Wie es dazu kam, schildert sie in einer kleinen Spielszene: Am Konservatorium ihrer Heimatstadt Mantua war sie als «leichter» (leggero) Sopran eingestuft worden, aber ihr Lehrer war nicht sicher, ob sich ihre Stimme nicht in ein paar Jahren zu einem lyrischen Sopran entwickeln würde. Dazu wollte er eine zweite Meinung einholen und wandte sich an Pavarotti: «Und er verstand sofort», erzählt ...
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Opernwelt Jahrbuch 2025
Rubrik: Sängerin des Jahres, Seite 16
von Lotte Thaler
Musik: Atem der Statuen. Vielleicht:
Stille der Bilder. Du Sprache wo Sprachen
enden. Du Zeit, die senkrecht steht auf der Richtung vergehender Herzen.
Gefühle zu wem? O du der Gefühle
Wandlung in was? –:
in hörbare Landschaft.
Du Fremde: Musik. Du uns entwachsener
Herzraum. Innigstes unser,
das, uns übersteigend, hinausdrängt, –
heiliger Abschied:
da uns das...
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