Madama, Poesia!
Eigentlich ist sie ein Morgenmensch. Wenn die ersten Sonnenstrahlen in ihr Schlafzimmer dringen, springt Eleonora Buratto aus dem Bett. In der Frühe kann sie alles in Ruhe erledigen. Nachmittags macht sie gern ein Schläfchen (zumal in der Sommerhitze), und ab 22.30 Uhr wird sie allmählich müde. Wie verträgt sich ein solcher Biorhythmus mit dem Leben auf der Bühne? Zum Glück gibt es ja noch das Adrenalin am Abend, versichert sie vergnügt. Doch am liebsten wäre der Sängerin ein Aufführungsbeginn um 17 Uhr, «das wäre perfekt», 19 Uhr ist noch okay.
Wir treffen uns auch an einem Vormittag, in einem Café in Bergamo, direkt gegenüber dem Teatro Donizetti. Dort war sie 2006 in einem Konzert für Luciano Pavarotti aufgetreten, als ihm der Donizetti-Preis verliehen wurde und sie seine Studentin war. Wie es dazu kam, schildert sie in einer kleinen Spielszene: Am Konservatorium ihrer Heimatstadt Mantua war sie als «leichter» (leggero) Sopran eingestuft worden, aber ihr Lehrer war nicht sicher, ob sich ihre Stimme nicht in ein paar Jahren zu einem lyrischen Sopran entwickeln würde. Dazu wollte er eine zweite Meinung einholen und wandte sich an Pavarotti: «Und er verstand sofort», erzählt ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Jahrbuch 2025
Rubrik: Sängerin des Jahres, Seite 16
von Lotte Thaler
Starke Spielzeiteröffnung an der Deutschen Oper Berlin: Der Regisseur Christof Loy bringt Ottorino Respighis «La fiamma» auf die Bühne. 1936 war das Stück letztmals in der Stadt gespielt worden, danach nie wieder. Warum? Carlo Rizzi am Pult des Orchesters der Deutschen Oper präsentierte eine Musik, die voll dramatischer Kraft ist und die über einen hinreißenden...
Schizophrenie gehört bei ihm zur Karriere. Ab diesem Herbst sitzt Tobias Kratzer an beiden Seiten des Tisches zugleich, als interpretierender Künstler und als jener, der das alles bezahlt: als Herr über die Hamburgische Staatsoper. Eine Persönlichkeitsspaltung der anderen Art hat er schon hinter sich, 2008 war das. Beim Ring Award in Graz trat der gebürtige...
Man stelle sich das für eine Weltsekunde mal vor: Das Ende der Geschichte wäre da. Alexandre Kojève lässt es nur ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkriegs in einer nachträglich hinzugefügten Fußnote seines gleichnamigen Buchs – Summe sämtlicher Hegel-Vorlesungen des russisch-französischen Philosophen zwischen 1933 und 1939 an der Ecole pratique des hautes études –...
