Madama, Poesia!
Eigentlich ist sie ein Morgenmensch. Wenn die ersten Sonnenstrahlen in ihr Schlafzimmer dringen, springt Eleonora Buratto aus dem Bett. In der Frühe kann sie alles in Ruhe erledigen. Nachmittags macht sie gern ein Schläfchen (zumal in der Sommerhitze), und ab 22.30 Uhr wird sie allmählich müde. Wie verträgt sich ein solcher Biorhythmus mit dem Leben auf der Bühne? Zum Glück gibt es ja noch das Adrenalin am Abend, versichert sie vergnügt. Doch am liebsten wäre der Sängerin ein Aufführungsbeginn um 17 Uhr, «das wäre perfekt», 19 Uhr ist noch okay.
Wir treffen uns auch an einem Vormittag, in einem Café in Bergamo, direkt gegenüber dem Teatro Donizetti. Dort war sie 2006 in einem Konzert für Luciano Pavarotti aufgetreten, als ihm der Donizetti-Preis verliehen wurde und sie seine Studentin war. Wie es dazu kam, schildert sie in einer kleinen Spielszene: Am Konservatorium ihrer Heimatstadt Mantua war sie als «leichter» (leggero) Sopran eingestuft worden, aber ihr Lehrer war nicht sicher, ob sich ihre Stimme nicht in ein paar Jahren zu einem lyrischen Sopran entwickeln würde. Dazu wollte er eine zweite Meinung einholen und wandte sich an Pavarotti: «Und er verstand sofort», erzählt ...
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Opernwelt Jahrbuch 2025
Rubrik: Sängerin des Jahres, Seite 16
von Lotte Thaler
Herr Volkov, wenn Sie auf der Bühne stehen, wirkt es, als wären Sie dort geboren. Erzählen Sie, wie alles begann. Wie sind Sie zu diesem Beruf gekommen?
Ich wurde in einer kleinen Stadt in der Ostukraine geboren. Schon als Kind spürte ich, dass nur die Musik mein Interessengebiet ist. Irgendwann zogen wir nach Donezk – eine größere Stadt, in der ich ernsthaft...
Man kommt schwer an ihm vorbei – selbst wenn man es will. Die Popularität von Johann Strauß (Sohn) ist auch 200 Jahre nach seiner Geburt gewaltig. Den so einfachen, aufsteigenden, in breitem Rubato zu spielenden D-Dur-Dreiklang seines berühmtesten Walzers «An der schönen blauen Donau» kennen vermutlich auch jene, die ihn nicht direkt einem Komponisten zuordnen...
Für eine Gesamtaufnahme von Modest Mussorgskis «Boris Godunow» suchte Walter Legge, der umtriebige, einflussreiche Produzent der EMI, im Jahr 1952 einen Tenor für die Partie des Grigori, der nicht nur sehr gut singen, sondern auch perfekt Russisch sprechen sollte. Seine Wahl fiel auf den jungen Nicolai Gedda, der gerade als Chapelou in Adams «Postillon von...
