Wichtige Wiederentdeckungen 2024/25
Starke Spielzeiteröffnung an der Deutschen Oper Berlin: Der Regisseur Christof Loy bringt Ottorino Respighis «La fiamma» auf die Bühne. 1936 war das Stück letztmals in der Stadt gespielt worden, danach nie wieder. Warum? Carlo Rizzi am Pult des Orchesters der Deutschen Oper präsentierte eine Musik, die voll dramatischer Kraft ist und die über einen hinreißenden Farbenreichtum verfügt. «Das Sujet ist, oberflächlich betrachtet, ein abgegriffenes: Patriarchat und Kirche unterdrücken jegliche Freiheit, die Herrscherin liebt ihren Stiefsohn, Frauen sind keine Engel.
Doch wird der Stoff hier viel reicher gewebt, mit unzähligen Fäden gesellschaftlicher, religiöser und psychologischer Motive durchwirkt», schrieb Volker Tarnow (OW 11/2024). Und verwies auf die Aktualität des Stückes: «Weder Michel Foucault noch Niklas Luhmann oder Christina Thürmer-Rohr hätten ein besseres Libretto schreiben können. Und kein italienischer Zeitgenosse eine ähnlich vielschichtige, subtile, derart packende, mitreißende Partitur.»
2023 war das Stück bei den Salzburger Festspielen nach langer Zeit wieder einmal auf der Bühne zu sehen, in der vergangenen Saison brachten gleich zwei deutsche Opernhäuser die ...
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Opernwelt Jahrbuch 2025
Rubrik: Bilanz des Jahres, Seite 74
von
Schizophrenie gehört bei ihm zur Karriere. Ab diesem Herbst sitzt Tobias Kratzer an beiden Seiten des Tisches zugleich, als interpretierender Künstler und als jener, der das alles bezahlt: als Herr über die Hamburgische Staatsoper. Eine Persönlichkeitsspaltung der anderen Art hat er schon hinter sich, 2008 war das. Beim Ring Award in Graz trat der gebürtige...
Herr Homoki, Sie waren jetzt 13 Jahre Intendant am Opernhaus Zürich. Träumen Sie schon auf Schwyzerdütsch?
Dafür reichen 13 Jahre leider nicht aus, obwohl wir kurz vor unserer Einbürgerung stehen. Wir fühlten uns hier von Anfang an sehr wohl. Meine Frau und ich schwimmen bis in den Frühherbst fast täglich im Zürichsee, und die Menschen haben eine besondere...
Kurzfristig sprang Véronique Gens in Axel Ranischs Inszenierung von Prokofjews «Spieler» in Stuttgart ein und bestimmte gleich das Bühnengeschehen. «Sie singt und spielt mit einer sensationell vornehmen Präsenz und Haltung», schrieb unser Kritiker Götz Thieme. «Sie muss nur, gewandet in einen Pelz-Satin-Traum in Orange, die Beine übereinanderschlagen, unter ihrem...
